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Oberbilk
Wie lang soll der Stau noch gehen?

Oberbilk. Nicht nur im Berufsverkehr stauen sich die Autos rund um den Oberbilker Markt. Neue Baustellen werden die Situation noch einmal verstärken. Dabei gibt es den Plan zur Umgehung bereits seit 16 Jahren. Von Lisa Kreuzmann

Um halb fünf sind die Straßen rund um den Oberbilker Markt schon ziemlich voll. Zur ersten Feierabendwelle staut sich der Verkehr auf der Kruppstraße Richtung Norden und auf der Kölner Straße in Richtung Hauptbahnhof. "Das ist hier immer so", ruft ein Taxifahrer aus dem fahrenden Auto, der im Stop-and-go-Tempo auf den Markt zurollt. "Bis vorne brauche ich zehn Minuten", sagt er. "Mindestens."

Im Oberbilker Norden, wo auch große Arbeitgeber angesiedelt sind, ist der Berufsverkehr besonders dicht. In nächster Umgebung liegen das Landgericht, das Gesundheitsamt, PricewaterhouseCoopers und das Handelszentrum an der Moskauer Straße. In den Straßen geht es oft chaotisch zu, lange Wartezeiten für Auto-und Busfahrer. "Mindestes einmal im Monat passiert hier ein Unfall", sagt eine Anwohnerin.

Am schlimmsten aber sei die Situation für Fahrradfahrer, sagt FDP-Ratsherr und Landtagskandidat Rainer Matheisen. "Für Radfahrer ist es auf der Kölner Straße zwischen Kruppstraße und Markenstraße abenteuerlich zu fahren", sagt Matheisen. Die Fahrbahn sei viel zu eng, Radfahrer stünden zusammen mit den Autofahrern im Stau.

Dabei beschäftigt sich die Politik bereits seit Mitte der 1970er Jahre mit dem Verkehrsaufkommen am Oberbilker Markt. Und die Situation werde immer dringlicher, sagt Matheisen, der das Thema neu auf die Agenda bringen möchte. "Die wachsende Stadt braucht eine wachsende Infrastruktur."

Die FDP-Fraktion sehe dabei vor allem die rot-grüne Landesregierung gefordert, die Förderung von Entlastungsstraßen wieder auszuweiten. Denn letztendlich, da sind sich CDU und FDP einig, scheitere der Bau einer Umgehungsstraße wie so oft an der Finanzierung. Die Ratsfrau der SPD konnte sich bis Redaktionsschluss nicht äußern.

Cornelia Koch wartet gerade auf ihren Bus. Die Kinderpflegerin hat um halb sechs Feierabend und nimmt wie jeden Abend die Buslinie 732 in Richtung Hafen. "Nervig ist es vor allem, wenn man den Bus im Stau stehen sieht, er aber nicht näher kommt", sagt die 21-Jährige.

Anfangs seien sich die Parteien außerdem uneinig gewesen, wie das Stauproblem gelöst werden soll, sagt Florian Tussing von der Oberbilker CDU. Erst im Juni 2001 ist der Grundsatzbeschluss für den Bau der Ortsumgehung Oberbilk erfolgt. Vorgesehen ist eine vierspurige Umgehungsstraße zwischen der Siegburger Straße und der Kölner Straße mit einer Verbindung zur Karl-Geusen-Straße. Aber auch das, sei 16 Jahre später nicht mehr zeitgemäß, sagt Rainer Matheisen. "Wir wollen eine zweispurige Umgehung und dafür einen breiteren Radweg,"

Die Linie 732 kommt an diesem Abend drei Minuten verspätet an der Eller Straße an und braucht statt der fahrplanmäßigen zehn Minuten, zwölf Minuten bis zum Hauptbahnhof. Ihr Busfahrer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, gibt sich entspannt. "Das sieht schlimmer aus, als es ist", sagt er. Richtig übel werde es erst, wenn Baustellen dazukämen.

Aber genau das wird bald der Fall sein. Das Großprojekt "Grand Central" etwa, im leerstehenden Postgebäude, wo 1000 neue Wohneinheiten gebaut werden, steht an. An der Mindener Straße sollen 450 weitere entstehen. Und dann wird es auf den Oberbilker Straßen noch enger.

Quelle: RP
 
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