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Oberkassel
Ärger um blockierten Schulweg

Oberkassel. Wegen des Umbaus der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule begann das neue Schuljahr mit einem Alternativ-Programm. Gestern gab es weitere Irritationen: Baufahrzeuge blockierten den Schulweg. Zur Verärgerung einiger Eltern. Von Jörg Janssen und Heide-Ines Willner

Schwieriger Start für die Jungen und Mädchen der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule: Nachdem die evangelische Grundschule, die zurzeit aufwendig umgebaut wird, in der vergangenen Woche für die meisten Klassen mit Ausflügen statt mit regulärem Unterricht startete, sorgte gestern ein von Baufahrzeugen verstellter Schulweg für Verunsicherung bei Eltern und Schülern. "Der Gehweg auf der anderen Straßenseite war durch ein privates Bauvorhaben ebenfalls nicht nutzbar, die Kinder mussten quer über die Straße laufen - zu Beginn der zweiten Schulwoche eine Zumutung", sagt David F. aus Oberkassel. Seine Tochter geht in die zweite Klasse. "Ich habe sie wegen der unübersichtlichen Situation begleitet, auch andere Eltern haben das getan, obwohl deren Kinder eigentlich selbstständig zur Schule gehen", sagt der Vater, der nicht versteht, warum die Straße nicht wenigstens zwischen 7.50 und 8.15 Uhr für den Durchgangsverkehr gesperrt wurde. "Dort fahren neben Müllabfuhr und Baustellenfahrzeugen auch Pkw. Die Stadt gefährdet hier Schulkinder", glaubt David F.

Dem widerspricht Florian Dirszus, bei der Stadt verantwortlich für den Schulbau. Zum einen könne die Stadt nicht einfach Straßen halbstundenweise für den Durchgangsverkehr sperren. "Dass Fahrzeuge der Müllabfuhr und von Handwerkern auch zum Schuljahresbeginn über eine Nebenstraße wie diese fahren, ist völlig normal", sagt Dirszus. Einer der Gehwege sei auch deshalb gesperrt gewesen, weil noch Platten verlegt werden mussten. "So wie es am Montag war, wird es nicht die ganze Woche bleiben", verspricht Dirszus.

Dass der vor Wochen begonnene Umbau der Schule und der Abriss des Seitenflügels für Schwierigkeiten sorgen, räumt die neue Schulleiterin an der Cimbernstraße, Claudia Jilg, ein. "Es hat Verzögerungen gegeben", sagt die Rektorin. Stadt, Stadtwerke und mehrere Firmen seien am Umbau beteiligt, deshalb sei die Abstimmung zwischen den Unternehmen oft schwierig. "Wir haben nur die Erstklässler termingereicht eingeschult. Die Klassen zwei bis vier sind alternativ unterrichtet worden, haben zum Beispiel Ausflüge gemacht."

Die Sorgen von David F. kann Pädagogin Jilg gut verstehen. "Wir haben uns das am Montag angesehen und mit dem Bauleiter gesprochen." Der sei bemüht und habe versprochen, das Problem schnell zu lösen, damit die Kinder möglichst heute schon sicher zur Schule kommen können. Der Bürgersteig zwischen Salier- und Wildenbruchstraße solle dann geräumt sein. Der Bauleiter, so Jilg weiter, wolle künftig dafür sorgen, dass die Baufahrzeuge entweder vor Schulbeginn die Baustellenzufahrt anfahren oder eben erst später nach Schulschluss. Darüber hinaus habe sie mit dem Polizeibeamten Lars Merkelbach vereinbart, dass er wegen der Bauarbeiten den Schulweg besonders im Blick halten werde. "Die Sicherheit unserer 297 Schüler ist uns sehr wichtig, viele kommen allein zur Schule."

Diesen Umstand befürwortet auch Vater David F. "Dauernd wird uns eingebläut, wir sollen bloß keine Helikopter-Eltern sein. Viele beherzigen das und schicken ihre Kinder allein in die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule. Aber dann müssen eben auch die Voraussetzungen stimmen. Ich hätte wenigstens ein paar Verkehrskadetten an diesem Morgen an der Cimbernstraße erwartet", sagt er.

Quelle: RP
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