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Oberkassel
Bürger wollen vor allem ein Hallenbad

Oberkassel: Bürger wollen vor allem ein Hallenbad
Bezirksvorsteher Rolf Tups (l.) und Heide-Ines Willner (r.) im Gespräch mit Bürgern. FOTO: Andreas Bretz
Oberkassel. Lebhafte Diskussionen gab es am Samstag am Stand der Mobilen Redaktion auf dem Barbarossaplatz. Einig waren sich die Teilnehmer, dass ein Hallenbad mit Bürgerhaus wünschenswert wäre - aber nicht zu Lasten des Schwimmbades. Von Heide-Ines Willner

Knall auf Fall war das Oberkasseler Hallenbad im Februar wegen Baufälligkeit geschlossen worden. Die Bädergesellschaft reagierte rasch und stellte jüngst ein Konzept für einen Neubau vor, das den linksrheinischen Bezirksvertretern aber nicht weit genug geht. Denn sie wollen den Neubau mit einem Bürgerhaus kombinieren. Die Oberkasseler aber, die am Samstag zum Stand der Mobilen Redaktion gekommen waren, sind weniger an einem Bürgerhaus interessiert. Vielmehr legen sie den Fokus auf den Neubau eines Hallenbades, das schnell realisiert werden sollte.

"Ein Hallenbad hat Priorität", sagte Iris Koesler unmissverständlich und traf damit den Nerv der meisten Anwesenden. Sie habe das Hallenbad regelmäßig besucht und müsse jetzt auf ihr Schwimmen verzichten, denn auf andere Bäder auszuweichen käme für sie nicht infrage, weil sie überfüllt seien. Sie bedauere, dass der Ersatzbau erst 2018 fertig sei. Damit liegt sie auf gleicher Linie mit Celia Pascha, die froh ist, wenn das Hallenbad so schnell wie möglich kommen würde. Die lange Wartezeit von bis zu vier Jahren ist auch für Corinna Wachsmann unzumutbar. "Ich bin passionierte Schwimmerin und vermisse das Hallenbad sehr." Das Bilker Bad sei kein Ersatz, weil es viel zu klein und viel zu voll sei. "Es kann einem passieren, dass man nicht einmal eine Eintrittskarte bekommt." Darüber hinaus sei es für eine berufstätige Mutter nicht zu schaffen immer in andere Bäder zu fahren, ergänzt sie und stellt ärgerlich fest: "In unserem Stadtteil können Kinder nicht mehr Schwimmen lernen." Wie gut, dass es der achtjährige Julius längst kann, trotzdem ist der Verlust des Oberkasseler Bades eine bittere Pille für ihn. "Ich bin im Schwimmklub und muss jetzt freitags immer nach Meerbusch fahren, und das macht überhaupt keinen Spaß", sagt er mit ernster Miene. Sein Vater Robin Roukens stimmt zu. "Es wäre toll, wenn wir hier wieder ein Bad hätten." Wie Julius, der die Bodelschwinghschule besucht, geht es Schülern von fünf linksrheinischen Grundschulen, zwei Gymnasien und einer Realschule. "Düsseldorf soll sich schämen", so Karin Rosellen, die "ihr" Bad sehr vermisst, vor allem die Aquafitnesskurse.

Das Thema "Hallenbad mit Bürgerhaus" spielte bei der Mobilen Redaktion eine untergeordnete Rolle. "Es sollte nicht zu Lasten des Schwimmbads gehen", sagt Malies Richter. Damit sind auch Annette Klotz, Zita Göttke und Joachim Siefert vom "Keywork-Atelier" (Bürgerschaftliches Engagement) einverstanden. Doch sie wollen auf ein Bürgerhaus nicht verzichten und brachten die "Düsseldorfer Kooperationsvereinbarung 2014-2020" ins Spiel, in dem eine aktive Bürgerbeteiligung gewünscht ist. "Sie wird behindert, weil im Stadtbezirk 4 ein Bürgertreffpunkt fehlt", sagt Annette Klotz. "Wir unterstützen die Forderung der Stadtteilpolitiker, das Hallenbad mit Räumen für die Bezirksvertretung zu kombinieren." Das hörten Bezirksvorsteher Rolf Tups (CDU) und seine Kollegen Markus Loh (Grüne) und Axel Warden (SPD) gerne. Geschlossen betonten sie, dass sie im Neubau des Hallenbades eine letzte Chance für einen Bürgertreffpunkt sehen. "Wenn wir jetzt nicht handeln, dann werden wir es nie mehr bekommen." Norbert Wilke schränkte ein: "Einen Bürgersaal für Veranstaltungen brauchen wir nicht, weil es genug Säle gibt." Aus dem heutigen Verwaltungsgebäude dagegen sollten alle städtischen Einrichtungen raus." Dem stimmt auch Georg Blanchard (Linke) zu. "Was die Stadt dort an Miete zahlt, hätte längst gereicht, ein neues Hallenbad zu finanzieren. Darüber hinaus sei nicht hinnehmbar, wenn angeblich aus Kostengründen auf einen Saunabetrieb verzichtet werde. Ulrich Peters (FDP): "Wir haben keine vernünftige Sauna, der Bedarf ist aber da."

Quelle: RP
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