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Oberkassel
Deichwächter gegen Olympia-Bewerbung

Oberkassel. Der Natur- und Landschaftsschutzverein hatte bereits 2001/2002 mit einem Aktionsbündnis gegen die Pläne der Stadt protestiert. Von Semiha Ünlü

Die "Deichwächter" schalten sich in die Diskussion um eine Bewerbung der Stadt für die Olympischen Spiele ein. "Der Flug des Oberbürgermeisters nach Rio de Janeiro sei ihm gegönnt, nicht aber das teure Spiel mit einer wiederholten Bewerbung für die Olympischen Spiele", teilt der Verein mit, den eine Gruppe von Düsseldorfern 1993 gegründet hatte, um die Rheindeiche in Düsseldorf und insbesondere die linksrheinischen Gebiete zu schützen.

Warum lehnen die Deichwächter Olympia am Rhein ab?

Die Deichwächter sorgen sich darum, dass bäuerliche Existenzen vernichtet und Landschaftsschutzgebiete im Zuge der Errichtung eines olympischen Dorfes zerstört werden könnten. Vor allem um die linksrheinische Natur, Landwirtschaft und Ökologie sorgt sich der Verein. "Wer jetzt in Rio die monströse Beach-Volleyball-Arena an der Copacabana sieht, kann ermessen, was uns erspart blieb", sagt Vorstandsmitglied Richard Fuchs.

Woher kommt diese Sorge?

Die Deichwächter beziehen sich vor allem auf den Vorstoß für eine Bewerbung um die Olympischen Spiele in der Amtszeit von Oberbürgermeister Joachim Erwin vor gut 15 Jahren. "Anstatt einer Industriebrache, wie es eigentlich in solchen Fällen üblich ist, hatte Joachim Erwin ausgerechnet die intakten linksrheinischen ausgedehnten Natur- und Landschaftsschutzgebiete, die Kulturlandschaft wie auch die landwirtschaftlichen Flächen für das olympische Dorf und einige Austragungsstätten ausgewählt", sagt Richard Fuchs. Die Sorge, dass bei einer erneuten Debatte um eine Bewerbung auch die linksrheinischen Gebiete der Stadt wieder zur Diskussion gestellt werden könnten, ist bei den Vereinsmitgliedern deswegen sehr groß.

Wie wollen die Deichwächter jetzt weiter vorgehen?

Der Verein will die Debatte um eine Olympia-Bewerbung genau beobachten und kann sich auch wieder vorstellen, gemeinsam mit Verbündeten gegen die Pläne zu protestieren. 2001/2002 hatten sich die Deichwächter zum Beispiel mit 17 Vereinen und tausenden Unterstützern etwa aus Schützen- und Karnevalsvereinen, dem Naturschutzbund sowie Bauern aus Lörick zum Aktionsbündnis "Hände weg von den Rheinauen" zusammengeschlossen. Gemeinsam wurden Aktionsstände und Unterschriftenaktionen initiiert.

Ist der Verein gegen Olympia in Düsseldorf generell oder nur gegen Wettbewerbe und Austragungsstätten im linksrheinischen Teil der Stadt?

"Sollte die Stadt die Pläne beispielsweise nach Hubbelrath verlegen, hätten wir nichts mehr dagegen einzuwenden", sagt Fuchs.

Quelle: RP
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