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Pfarrkirche St. Antonius in Oberkassel
Diebe stehlen Geld aus Opferstöcken in Kirche

Pfarrkirche St. Antonius in Oberkassel: Diebe stehlen Geld aus Opferstöcken in Kirche
Die Pfarrkirche St. Antonius in Oberkassel. FOTO: Anne Orthen
Oberkassel. Es wird gestohlen und gebettelt - und das bereits seit Jahren. In der St. Antoniuskirche verschwindet immer wieder Geld aus den massiven Opferstöcken und Bettler bedrängen Kirchgänger. Von Heide-Ines Willner

"Mit Leimruten wird in den Behältern gestochert, um das Papiergeld herauszufischen", sagt Pfarrer Michael Dederichs, der den Schaden mit 200 bis 300 Euro pro Woche angibt. Gestohlen werden auch Lektionare (liturgische Bücher) von den Schriften-Tischen. Überlegungen, die Kirche abzuriegeln beziehungsweise die Türen zu schließen, weist der Pfarrer strikt zurück. "Eine Kirche muss offen sein für alle, die beten wollen, Ruhe und Besinnung suchen." Jeder solle sich in der Kirche sicher und geborgen fühlen.

Seit geraumer Zeit wünscht sich der Pfarrer das auch vor der Kirche, besonders, wenn die Gläubigen nach dem Hochamt die Kirche verlassen. Denn kaum sind sie auf dem Vorplatz angekommen, werden sie von teils aggressiven Bettlern mit der Forderung nach Geld bedrängt. Beobachtet wurde, dass sie sogar manchem Kirchgänger nachlaufen, um doch noch zum Erfolg zu kommen. "Wir haben ein gewaltiges Problem", so der Pfarrer. "Vor allem ältere Menschen fühlen sich unter Druck gesetzt."

Die Kirchengemeinde versucht nun, die Situation in den Griff zu bekommen, ohne deshalb die Kirchentüren zu schließen und auch, ohne bestimmte Menschengruppen auszuschließen, denn: "Eine Kirche ist auch für die Armen da", wie der Geistliche feststellt. "Wir können doch den Leuten nicht den Zugang verwehren oder sie gar aus der Kirche hinausschmeißen." Sie sollten sich allerdings so verhalten, dass sie andere Menschen nicht bedrängen.

Darauf verlassen will sich die Kirchengemeinde aber nicht. So sollen alsbald Kameras installiert und auf die Opferstöcke gerichtet werden. Betont wird, dass nicht etwa die Betenden beobachtet werden, sondern Personen, die sich an den Opferstöcken zu schaffen machen. "Die Diskretion des Gotteshauses wird auf jeden Fall gewahrt", verspricht Pfarrer Dederichs. Darüber hinaus werden Pfarrangestellte öfter den Kirchenraum kontrollieren. Und dann sind da ja noch die Orgelbauer, die auf der Empore arbeiten. Deren Anwesenheit könnte den einen oder anderen Dieb abschrecken - allerdings nur bis zur Einweihung der Orgel am 26. Juni.

Quelle: RP
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