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Oberkassel
Eine Siegesfeier wie bei den Profis

Oberkassel. Das linksrheinische Fußballturnier fand nach sechs Jahren Pause wieder statt. Zur großen Freude der Kicker. Von Falk Janning

Es hatte für die Jungs etwas von der Atmosphäre beim WM-Endspiel, wenn nach dem Abpfiff die Medaillen und der Wanderpokal vergeben werden. Nach dem Fußballturnier warteten die 90 kleinen Kicker der fünf linksrheinischen Grundschulen gespannt auf die Siegerehrung: Einzeln, mächtig stolz und mit breitem Grinsen kletterten sie die Stufen der Tribüne am Hockeyplatz des Düsseldorfer HC empor, um von Guido Sieger und Detlef Stapper ausgezeichnet zu werden. Die beiden Hauptkommissare der Oberkasseler Polizeiwache hängten jedem Kind eine Medaille um. "Heute ist jeder Sieger", sagten sie.

Den Wanderpokal für die beste Mannschaft und Gewinner des Turniers übergaben sie dem freudestrahlenden Luis und seinem Team. Der neunjährige Kapitän der Katholischen Grundschule Niederkassel reckte den Pott sodann in die Höhe. Fast ehrfürchtig nahm jeder seiner Mannschaftskameraden den Wanderpokal in die Hand. Dann zelebrierten sie gemeinsam die La-Ola-Welle und stellten sich für das gemeinsame Foto auf, mit dem Pott in der Mitte - ganz so wie sie das aus dem Fernsehen von den Profis kennen.

Dani Schur sah sich das Geschehen zufrieden an. Die Sportlehrerin der Löricker Grundschule mit dem großen Herz für Fußballsport hat das Spektakel reanimiert, das ihre Schule 1995 aus der Taufe gehoben hatte. Bis 2011 fand es jedes Jahr statt, dann erklärte sich niemand mehr bereit, die Organisationsarbeit zu übernehmen. In diesem Jahr ergriff nun Dani Schur die Initiative - sehr zur Freude der Kinder. Sie trommelte die Sportlehrer zusammen, die sofort Feuer und Flamme waren, und bekam vom DHC die Erlaubnis, das Turnier auf dem Kunstrasenplatz ausrichten zu dürfen. Dort maßen sich die fünf Schulen im Jeder-gegen-Jeden.

Es war eine knappe Entscheidung. Die Niederkasseler hatten am Ende nur einen hauchdünnen Vor-sprung vor der Heerdter Grundschule. Sportlehrer Andreas Böhm von der Siegerschule freute sich für seine Jungs. Zwischen 2004 und 2007 hatten seine Schützlinge das Turnier vier Mal in Folge gewonnen. "Wir dachten damals, dass der Wanderpokal nach der Siegesserie nun uns gehört, doch wir mussten ihn wieder hergeben. Die Jungs waren so traurig über die leere Vitrine in der Schulaula, dass wir eine Kopie anfertigen ließen." Nun verschwindet die Kopie, zumindest für ein Jahr. In der Vitrine muss natürlich das Original stehen.

Quelle: RP
 
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