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Oberkassel
"Heiligenhäuschen" wartet auf Innenraum-Reparatur

Oberkassel. Pfingststurm "Ela", der 2014 seine Zerstörungswut im linksrheinischen Düsseldorf begann, hat auch dem "Heiligenhäuschen" an der gleichnamigen Straße arg zugesetzt. Die benachbarte Linde war abgeknickt und teils auf das Kapellchen gestürzt. Von Heide-Ines Willner

Inzwischen wurde das Dach zwar neu gedeckt, der beschädigte Innenraum dagegen noch nicht saniert. Deshalb wollte die SPD-Fraktion der Bezirksvertretung 4 von der Verwaltung wissen, ob es ein mit der Denkmalbehörde abgestimmtes Konzept für die Reparatur des Innenraums gebe. Bezirksverwaltungschefin Iris Bürger erklärte: "Die notwendigen Arbeiten, neue Fugen, Deckenputz und Anstrich, wurden erfasst und bewertet."

In Abstimmung mit dem Denkmalschutz und der -pflege sei eine Kostenschätzung in Höhe von 10.000 Euro erfolgt. "Dem Amt für Gebäudemanagement steht derzeit jedoch kein Geld zur Verfügung, um die Reparatur auszuführen", sagte Bürger. Die Maßnahme werde aber in die Maßnahmenplanung aufgenommen. Einen Zeitpunkt könne sie noch nicht nennen. Wenn die Bezirksvertretung eine vorzeitige Finanzierung sicherstellen wolle, könnte der bezirkliche Haushalt für Bauunterhaltungen herangezogen werden.

Auch die Sorge der künftigen Pflege beschäftigt die Politik. Doch steht inzwischen fest, dass sich die Schützengemeinschaft der Oberkasseler St. Sebastianer künftig um das Kapellchen kümmern wird. Schützenchef Norbert Vogel hat zugesichert, diese Aufgabe zu übernehmen. Nicht zuletzt deshalb, weil "das Heiligenhäuschen Teil unseres Vereinswappens ist".

Der Schützenverein ist damit Nachfolger des Oberkasseler Heimatvereins, der 1988 die Pflege des Kapellchens übernommen hatte. Doch den Verein gibt es nicht mehr, weil der Nachwuchs fehlte. "Es mangelt an jungen Leuten", hatte der letzte Vorstand, Hannelore und Klaus Kühn, die Auflösung des 64 Jahre alten Vereins begründet. Es sei schon schwierig gewesen, genug Stimmen für den Auflösungsantrag zusammenzubekommen.

Das Heiligenhäuschen zählt zu den ältesten Gebäuden Oberkassels. Wann genau der erste Bau eines Kapellchens an dieser Stelle entstand, ist unbekannt. Belegt ist seine Existenz erstmals durch eine Landkarte aus dem Jahr 1772.

Quelle: RP
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