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Oberkassel
Mehr Platz für Bodelschwingh-Schüler

Oberkassel. Die gut 50 Jahre alte Friedrich-von Bodelschwingh-Schule bekommt einen Erweiterungsbau. Heute stimmen die linksrheinischen Bezirksvertreter über den Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss ab. Von Heide-Ines Willner

Die lachende Sonne und der in kräftigem Blau gehaltene Namenszug über dem Haupteingang täuschen nicht darüber hinweg, dass der Zahn der Zeit kräftig am Gebäude der Friedrich-von-Bodelschwinghschule genagt hat. Vom schäbigen Tor an der Cimbernstraße über marode Mauern und Türen bis zum Treppenhaus ist der Verschleiß des verwinkelten Gebäudes sichtbar. "Das wird sich alles ändern", sagt Schulleiter Ingo Hanke bei einem Rundgang. "Denn wir bekommen einen Neubau, mehr Platz und einen völlig neuen Eingangsbereich. Denn jetzt habe die Schule keine Außenwirkung. "Das liegt vor allem daran, dass der Haupteingang im Schatten zwischen Altbau und nördlichem Gebäuderiegel angelegt ist." Demnächst werde es aber ein zentrales großzügig verglastes Eingangsfoyer geben", sagt der Schulleiter.

Denn bis auf das aus dem Jahr 1964 stammende Hauptgebäude und der angrenzenden Einfeldsporthalle wird der Gebäudekomplex neu angeordnet. Der zweigeschossige südliche Flügel wird zurückgebaut und durch einen viergeschossigen Neubau ersetzt, der sich an der Höhe des Altbaus orientiert. Wegen des abfallenden Geländes erscheint der Neubau zur Cimbernstraße nur dreigeschossig. Dort entstehen neue Unterrichts-, Betreuungs, Mehrzweck- und Nebenräume. Die Aula, die sich heute im zweiten Obergeschoss befindet, wird ins Untergeschoss verlagert. Hanke: "Dann haben wir eine direkte Verbindung zum Schulhof."

Unübersehbar ist nicht nur der schlechte Zustand der Bausubstanz, sondern auch, dass die Schule aus allen Nähten platzt. Bereits zu Beginn des laufenden Schuljahres wurde die Zügigkeit von zwei auf drei erhöht, so dass jetzt insgesamt 302 Schüler in zwölf Klassen unterrichtet werden. Schon seit geraumer Zeit helfen Klassenräume in Modulbauweise (Container) vor dem Eingang und auf dem Schulhof der benachbarten Don-Bosco-Montessorischule die Raumknappheit auszugleichen. "Während der Umbauphase kommen dort sogar noch welche dazu", so der Schulleiter, der von einer guten Kooperation mit der Nachbarschule spricht. "Nach Ende der Bauarbeiten werden alle wieder abgebaut."

Trotz der Enge bietet die Bodelschwinghschule etwas Besonderes, das einmalig ist im Linksrheinischen. Es gibt schon heute fünf Küchen für die sechs Klassen der Ganztagsschüler. Die Kinder können in kleinen Gruppen gemütlich zusammensitzen und das von einem Caterer gelieferte Essen zu sich nehmen. Mit dem Neubau kommt eine weitere Küche dazu. "Denn wir haben mit unserem Ganztagskonzept viel Erfolg", so Hanke. "Und der Bedarf steigt weiter." Die Früchte seiner Arbeit wird der Schulleiter nicht mehr ernten können. Denn bereits am Freitag um 11 Uhr wird der 67-Jährige nach etwa 45 Jahren Schuldienst, unter anderem an deutschen Schulen in Bilbao und Athen, verabschiedet. Auch Schulsekretärin Susanne Posberg geht nach 25 Jahren in den Ruhestand. Hanke trennt sich nur schweren Herzens. "Ich habe bereits zwei Mal verlängert und hätte noch ein Jahr bleiben können." Aber irgendwann müsse Schluss sein. Er geht mit einem guten Gefühl, denn unter seiner Führung wurde der Neubau auf den Weg gebracht. "Meine Ideen und Wünsche wurden bei den Plänen berücksichtigt."

Quelle: RP
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