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Oberkassel
Neuer Hallenbad-Standort betrifft Vereine

Oberkassel: Neuer Hallenbad-Standort betrifft Vereine
Klaus Holtmann, Vorsitzender des TSV Jahn 05, vor der Sporthalle, die 2012 stillgelegt wurde. Im Hintergrund die Fläche, die bebaut werden soll. FOTO: Schaller
Oberkassel. Nach Abriss der maroden, bis 2012 vom TSV Jahn 05 genutzten Sporthalle soll dort das Oberkasseler Hallenbad gebaut werden. Von Heide-Ines Willner

Der neue Standort für das Oberkasseler Hallenbad an der Pariser Straße ist heute Thema in der öffentlichen Sitzung der Bezirksvertretung (BV). Im Vorfeld meldet der benachbarte Sportverein CfR links in einem Schreiben an die Stadtteilpolitiker Bedenken an. "Grundsätzlich stehen wir der Planung positiv gegenüber", so ein Vorstandssprecher, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. "Denn bei einem Treffen hat uns die Stadt erklärt, dass nur zehn Meter von unserem 50 x 90 Meter großen Spielfeld zugunsten des neuen Hallenbades wegfallen würden." Damit wären wir auch einverstanden gewesen. "Jetzt sollen es aber 30 bis 50 Meter sein."

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Falls das realisiert werde, reiche die verbleibende Restfläche nicht mehr für einen geregelten Jugendspielbetrieb aus. Denn nach Vorgaben des Fußballverbands Niederrhein müsse ein Jugendmannschaftsplatz ab der D-Jugend 70 x 50 Meter groß sein. "Für unseren Verein ist es überlebenswichtig, dass wir für den Wegfall des Großspielfeldes durch das neue Hallenbad, einen großen, ganzjährig zu bespielenden Kunstrasenplatz erhalten." Der Verein bittet die Politik, den Jugendmannschaftsplatz zu sichern, zumal der Verein stetig wachse.

Das Sportamt teilte dazu auf Anfrage mit, dass das Anliegen des Vereins aufgenommen werde. "Als Ausgleich für die Teil-Inanspruchnahme einer Sportfläche wird ein Kunstrasen-Juniorenspielfeld mit 70 x 50 Metern in die weitere Planung integriert", sagte Stefan Boesel vom Sportamt. Die Pläne seien aber noch nicht ausgereift. 2016 sei mit konkreten Angaben zum Hallenbad zu rechnen. Die linksrheinischen Parteien sind überwiegend einverstanden mit dem neuen Standort. Bezirksbürgermeister Rolf Tups spricht von einem positiven Echo aus der Bevölkerung. "Wenn die Rahmenbedingungen stimmen und die Bedürfnisse des CfR berücksichtig werden, ist gegen den Standort nichts einzuwenden. "Für die CDU sei wichtig, dass schnellstmöglich ein Hallenbad gebaut wird, wobei Räume für Bezirksvertretung, Sporthalle und Bürgersaal berücksichtigt werden sollten" ergänzt Fraktionssprecher Sven Holly. "Eine deutliche Mehrheit der Bürger steht hinter dieser Forderung." Deshalb werde die CDU-Fraktion mit Überzeugung dem neuen Standort zustimmen.

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Zustimmen will auch die FDP, nur: "Die Bezirksvertretung hätte früher informiert werden müssen", kritisiert Ulrich Peters und spricht die BV-Sitzung im April an, in der das Konzept für einen Neubau am Altstandort Lütticher Straße vorgestellt wurde. "So haben wir noch vor kurzem über offenbar veraltete Pläne diskutiert." Sorge bereite ihm die späte Fertigstellung. "Viele Schüler-Jahrgänge müssten wohl über einen großen Zeitraum auf andere Bäder ausweichen und lange Fahrzeiten in Kauf nehmen."

Die Grünen sehen im neuen Standort zwar einige positive Aspekte, haben aber mit der Bezeichnung "Sportpark" Probleme. "Das steht unserem interfraktionellen Beschluss, ein Hallenbad mit Bürgerzentrum zu bauen, entgegen", sagt Markus Loh. Loh will auch geklärt haben, warum der Standort an der Lütticher Straße nicht weiterverfolgt wird. "Deshalb bringen wir zur heutigen Sitzung einen Ergänzungsantrag ein und regen an, beide Standorte parallel zu planen. Dadurch hätten wir die Möglichkeit, abzuwägen und die bessere der beiden Möglichkeiten zu wählen."

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Mit Erstaunen reagiert die SPD auf den neuen Standort. "Wir haben uns doch erst aus Gründen der Wirtschaftlichkeit für den Neubau am alten Standort ausgesprochen", sagt Tobias Kühbacher. Nach wie vor sei dieser für ihn optimal, allein für den Schwimmunterricht der umliegenden Schulen. "Wir wissen auch nicht, welche Auswirkungen der neue Standort auf den CfR links haben wird." Die Linke befürwortet ebenfalls den alten Standort mit Integration eines Bürgerhauses. "Die Argumente für die Pariser Straße: Aufwertung Heerdts, Parkplatznähe und Rheinblick sind aber überzeugend", stellt Georg Blanchard fest.

Klaus Holtmann, Vorsitzender des TSV Jahn 05, kann die Sorge des CfR links gut verstehen. "Für uns war es 2012 ein Schock, als wir von heute auf morgen die von uns genutzte Halle an der Pariser Straße wegen Schadstoffbefalls schließen mussten. "39 Sportgruppen hatten ihre Halle verloren."

Die Nachfrage nach Breitensport sei größer als der Verein wegen der begrenzten Hallenkapazitäten anbieten könne. "Dieses Missverhältnis wird sich in einem rasant wachsenden Stadtteil noch verschärfen", ist Holtmann überzeugt. Er hoffe, im Zuge des Hallenbad-Neubaus auf umfangreiche Nutzungsmöglichkeiten und eine neue sportliche Heimat. "In guter Nachbarschaft mit dem CfR links", betont der Vorsitzende.

Quelle: RP
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