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Oberkassel/Lörick
Päckchen für 40 Flüchtlingskinder

Oberkassel/Lörick: Päckchen für 40 Flüchtlingskinder
Pfarrerin Stefanie Bühne, Pfarrer Michael Rischer, Friderike Knapp und Brita Siebke Holzapfel (v.L.) mit dem Rest an Weihnachtspaketen, mit denen weitere Flüchtlingskinder beschenkt werden. FOTO: Bernd Schaller
Oberkassel/Lörick. Aus dem "Runden Tisch" in Oberkassel wurden Koordinierungskreise und schließlich Arbeitskreise. Sie wollen die neuen Nachbarn an die Hand nehmen und mit dem deutschen Alltag vertraut machen. Von Heide-Ines Willner

Mehr als 50 Personen sind ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe beim SKFM (Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer) registriert. Darunter sind einige Mitglieder der Evangelischen Kirchengemeinde Oberkassel, die am überkonfessionellen "Runden Tisch" teilgenommen haben. Er wurde Anfang des Jahres auf Initiative der Katholischen Kirchengemeinde St. Antonius und St. Benediktus unter der Federführung des SKFM gegründet. Daraus entwickelten sich Koordinierungskreise, aus denen sich Arbeitsgruppen gebildet haben, die sich an der Basis um Flüchtlinge kümmern wollen. Zunächst geht es um die, die im Linksrheinischen schon da sind.

Die Presbyterinnen Brita Siebke Holzapfel und Friderike Knapp berichten gemeinsam mit dem Löricker Pfarrer Michael Rischer und der Oberkasseler Pfarrerin Stefanie Bühne über das, was schon getan wurde und das, was noch folgt. So kümmern sie sich im Moment um 60 alleinreisende junge Männer, die im Gebäude an der Schanzenstraße untergekommen sind. "Wir loten gerade aus, wie wir sie beschäftigen können", sagt Brita Siebke Holzapfel. "Dazu pflegen wir Kontakte zu den Sportvereinen CfR links und SC-West." Jugendliche zum Beispiel wollten Fußballspielen, wie ein 13-Jähriger, der bereits Torwart sei und sich schon auf Deutsch äußern könne. Wichtig sei, die Menschen möglichst schnell in den deutschen Alltag zu integrieren. "Da gelingt etwas", ist die Oberkasslerin überzeugt.

Gelungen ist die Päckenaktion der Löricker Konfirmanden, der Kita-Kinder und der Kinder des Kindergottesdienstes. Sie haben Spielsachen, Bücher und anderes mehr gesammelt, verpackt und an 40 Flüchtlinkskinder im Gemeindezentrum Philippuskirche verteilt. "Wir hatten sie eingeladen und sie sind tatsächlich alle gekommen", freut sich Pfarrer Rischer. Der Weg war dann ja auch nicht weit, weil 14 Familien vorübergehend in den benachbarten leerstehenden Häusern, Hansaallee/Niederkasseler Lohweg, untergebracht sind. "Es sind die Familien, die nach dem Brand das Haus an der Schanzenstraße verlassen mussten", so der Pfarrer. Dort seien jetzt nur die ersten beiden Etagen bewohnbar. "Dort leben noch 15 Kinder mit ihren Familien."

"Wir haben aber auch die Verantwortung, Bildung in die Gottesdienste zu bringen", gibt Friderike Knapp zu bedenken. Pfarrerin Bühne nimmt den Gedanken auf und erinnert an den Gottesdienst mit Oberstufenschülern des Comenius-Gymnasiums. "Unter dem Motto: ,Ich war ein Fremdling', haben die Schüler in einer beeindruckenden Text-Collage Berichte von Flüchtenden aus Syrien, Deutschland (1945) und aus Bethlehem im Jahre 0 gelesen." Auf diese Weise haben sie dokumentiert, dass es Flüchtlingsprobleme immer gegeben hat.

Der Schwerpunkt der Evangelischen Kirchengemeinde Oberkassel liegt auf der Arbeit mit Kindern- und Jugendlichen. Deshalb hat sich die Gemeinde gemeinsam mit Pfarrerin Bühne und der Jugendbetreuerin Marita Franz Gedanken gemacht, was den jungen Flüchtlingen im Stadtteil angeboten werden könnte. "Anfang nächsten Jahres richten wir einen internationalen Treff für Jugendliche ab 13 Jahren ein", erklärt Pfarrerin Bühne. Die Leitung übernehme Marita Franz. Und internationale Mutter-Kind-Gruppen werde es ebenfalls geben. Eine syrische, in Deutschland geborene Mutter hilft bei der Vermittlung.

"Wir wollen die Menschen an die Hand nehmen, sie aus den Einrichtungen holen", so das Statement der Ehrenamtlichen. "Denn sie werden uns nicht die Tür einrennen." Allerdings dürfe man sie auch nicht überbehüten, mahnt Brita Siebke Holzapfel. "Wir brauchen einen langen Atem und vor allem Kontinuität." Spontan wollten viele helfen, könnten aber wieder abspringen, wenn nicht gleich etwas geschehe.

Quelle: RP
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