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Gastro-Tipp
Die nächste Generation tischt auf

Prinzinger in Düsseldorf-Oberkassel: Die nächste Generation tischt auf
Stylisch-modern, puristisch, ohne Schnörkel und sehr edel: So kommt das Prinzinger nun daher. FOTO: Bernd Schaller
Düsseldorf. Das Gründerzeit-Gebäude zählt zu den schönsten in Oberkassel. Aus dem ehemaligen "Prinzinger" wurde ein Mix aus Bar, Bistro und Restaurant mit feiner, italienischer Küche. Von Dagmar Haas-Pilwat

Sein Vater Michelangelo, nein eigentlich schon sein Großvater hat es vorgelebt. Denn der ließ sich als erster aus der Familie in Düsseldorf als Gastronom nieder. Bereits in den 1970-er Jahren hat Opa Salvatore Saitta, der als Gastarbeiter aus Sizilien an den Rhein kam, sein erstes Geschäft im Stadtteil Derendorf eröffnet, bevor er mit seinen drei Söhnen linksrheinisch die Gastro-Szene in Ober- und Niederkassel eroberte.

Nun macht sich einer der Enkel auf und setzt die Familientradition fort: Der 23 Jahre alte Davide Saitta, der bereits nach dem Abitur erste Erfahrungen in der väterlichen Enoteca "Saittavini" am Barbarossaplatz machte und erfolgreich die Sommelierschule in Koblenz absolviert hat, ist seit neun Monaten Chef im "Prinzinger by Saittavini", im imposanten Eckhaus an der Luegallee/Ecke Leostraße. Und es ist nicht nur der Name, vielmehr ist es die herzliche Gastfreundschaft, die auch den jungen Saitta auszeichnet. Abend für Abend begrüßt er im Restaurant persönlich die Gäste, südländisch charmant plaudert er mit jedem, hat alles im Blick, packt beim Servieren mit an, empfiehlt den passenden Wein und schenkt neuen nach.

Die großzügigen Altbauräume mit den rundgewölbten, bis zum Boden reichenden Fensterfronten sind komplett umgebaut und renoviert. Gespart wurde offenbar an nichts. Die Einrichtung ist stylish-modern, puristisch, ohne Schnörkel und sehr edel. Farbakzente setzen großformatige, mitunter zu überladen inszenierte Fotografien. Weiß und Anthrazitfarben sind die dominierenden Töne, gepaart mit Schiefer, Holz und Kupfer. Während im Restaurant die Tische weiß eingedeckt sind, geht es links vom Eingang im Bistro lockerer und rustikaler zu. Der Anker zwischen beiden Räumen ist die lange, einladend wirkende Bar. Es lohnt sich, dort freitags oder samstags auch nur auf einen Drink vorbeizuschauen. Dann stehen Profi-Mixer hinterm Tresen und sollen vor allem auch ein jüngeres Publikum anziehen.

Im Bistro gibt's durchgehend Pasta solide Klassiker wie Antipasti, Vitello Tonnato, Pasta Pomodore, mit Ricotta, Spinat und Pecorino gefüllte Ravioli. Die Karte im Restaurant ist umfangreich und vielfältig. Der junge Küchenchef Francesco Solinas, ein gebürtiger Sarde, legt sich mächtig ins Zeug und zaubert bereits zur Vorspeise ungewöhnliche Gaumenschmeichler wie etwa Lachstartar kombiniert mit Muscheln und Fenchel oder Carpaccio von Gamberoni. Der gegrillte Oktopus ist großartig, außen kross, innen zart und fein abgeschmeckt (16,50 Euro).

Wer Lust auf gegrillte Austernpilze mit Kräuter, Rucola und Cherrytomaten hat, sollte sich die Portion vielleicht zu zweit teilen (13,50 Euro). Denn die Pilze schwimmen geradezu in Fett und sind dadurch sehr mächtig. Ausgesprochen lecker und zart ist die in Butter gebratene Kalbsleber mit Salbei und Kartoffelpüree (22,50 Euro). Neben dem im Sesammantel gehüllten Thunfischssteak (26,50 Euro) ist das Rinderfilet mit Erdnuss-Kräuterkruste und der Portweinsauce (32,50 Euro) ein zwar nicht gerade preisgünstiges, aber dennoch eines der meist bestellten Gerichte. Dass die von Davide Saitta, einem ausgebildeten Sommelier, empfohlenen Weinen wie zum Beispiel der Sauvigon aus Sizilien prima zu den Speisen passen, versteht sich von selbst. Ausgesucht umsichtig und freundlich ist auch das Service-Team. Das Prinzinger by Saittavini hat beste Chancen, in der Reihe der Saitta-Lokale ein weiterer beliebter Treff in Oberkassel zu werden.

Quelle: RP
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