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Oberkassel
Schlossturm-Garde gibt acht Minuten Vollgas

Oberkassel: Schlossturm-Garde gibt acht Minuten Vollgas
Die vereinseigene Schlossturm-Garde unterhielt die Gäste auf der Karnevalsparty der "Jecke Puppekööp". FOTO: Anne Orthen
Oberkassel. Für Nicole Nothen ist 50 Wochen im Jahr Karneval. "Ab Aschermittwoch mache ich zwei Wochen Pause. Aber danach mache ich mir schon wieder Gedanken, welches Thema wir in der nächsten Session wählen, auf welche Musik und Choreographie wir tanzen, welche Kostüme dazu passen", erläutert die Chefin der Schlossturm-Garde.

Und dann geht es auch schon wieder los mit dem Training. Auf der Bühne geben die 16 Tänzerinnen und ein achtjähriger Tänzer bei rund 30 Auftritten gut acht Minuten Vollgas. So wie bei der Karnevalsparty der "Jecke Puppekööp" in Oberkassel. Je nach Auftrittszeit und Bühnengröße wird bei der Zahl der Tänzerinnen variiert. Bei den Puppekööp ist die Bühne eher klein und der Auftritt für 22 Uhr terminiert, so dass die U16-Tänzerinnen aus Jugendschutzgründen nicht dabei sind. Im Pfarrsaal St. Maria Hilfe der Christen sind acht Tänzerinnen vor Ort, aber nur sieben aktiv. "Eine hat eine Meniskusverletzung. Sie wollte unbedingt tanzen, aber mir war das zu gefährlich", erläutert Nothen. Sie hat eben ein Auge auf ihre Truppe, sind die meisten doch noch nicht volljährig, so wie ihre Tochter. Auch deshalb geht es familiär zu. "Wir tanzen nicht nur, sondern machen zusammen Ausflüge, oder sie kommen alle mal zu mir nach Hause", sagt Nothen. Auch bei den Kostümen legen die Familien, meistens die Mütter der Tänzerinnen Hand an.

Hochleistungssport wird in der Tanzgarde der Schlossgarde nicht gefordert. "Ich zwinge niemanden zu etwas. Wenn jemand keinen Spagat machen möchte, dann finde ich eine andere Aufgabe", so Nothen. Sie leitet das Ensemble mit viel Fingerspitzengefühl, denn "Zickenkriege" besonders der kleinen vermeintlichen "Prima Ballerinas" sind nicht selten. "Jetzt, wo wir einen Jungen dabei haben, heißt es auch oft 'Jungen sind doof" oder 'Mädchen sind blöd'. Aber unser Hahn im Korb hat die Mädels ganz gut im Griff", erzählt Nothen.

Im vergangenen Jahr kamen viele neue Tanzgardistinnen zur Schlossgarde. "Nach unserer Kindersitzung wurde ich angesprochen, ob man mittanzen kann. Und auch nach unseren Auftritten in Seniorenheimen bekommen wir oft neue. Die Großeltern erzählen es den Enkeln und die klopfen dann bei uns an", sagt Nothen. Für die nächste Session gibt es fünf Neuanmeldungen.

(tino)
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