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Oberkassel
Shwetha lässt sich von der indischen Kultur inspirieren

Oberkassel. Jung-Designerin Shwetha Ringel, die seit acht Jahren in der Stadt lebt, orientiert sich bei ihren Taschen am traditionellem indischen Handwerk. Von Christine Elbel

Nigeria, Indien, Amerika, England, Deutschland - das sind die bisherigen Lebensstationen von Shwetha Ringel, einer Jung-Designerin, die vor acht Jahren hierher kam, nachdem Sie ihren deutschen Mann zuvor im quirligen New York kennengelernt hatte. "Man sagte uns, dass Oberkassel ein ganz guter Platz für junge Leute sei, die vorhaben, eine Familie zu gründen", erinnert sich Ringel.

Ursprünglich kommt sie aus Indien und dort aus einer kreativen Familie von Künstlern, Schauspielern, klassischen Tänzern und Designern. Kurz läge der Gedanke nahe, dass es für sie einfach ist, beruflich in bequem-familiäre Fußstapfen zu treten. Doch das wäre zu schlicht gedacht. Die zweifache junge Mutter hat einen doppelten Master-Abschluss und wenn da nicht ihre beiden kleinen Kinder wären und sie Zeit hätte, würde sie vielleicht bei Firmen, die die Hände nach ihr strecken, schwach werden.

Sie macht ihr eigenes Ding. Bald wird sie ihre "Shwetha" Kollektion von hochwertigen Taschen und Kleidern starten, die von Künstlern und Kunsthandwerkern aus kleinen Regionen in Indien hergestellt werden. Ihre Vision von Erfolg unterscheidet sich dabei stark von der marktüblichen Definition. Ringel wird antizyklisch zur Massenware, zu Fabrikhallen und schnellem Kommerz fertigen lassen, nämlich überwiegend von Hand, es werden Unikate. "Indien hat eine uralte, längst vergessene Tradition des Handwerks, wunderbare Künstler und fabelhafte Materialien", sagt sie. "Ich möchte einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass die Menschen sich daran erinnern, wie ruhmreich ihr Können einst war. Denn mit der Massenherstellung von Kleidung in Indien hat die Branche an Glanz verloren", so Ringel.

Die kleinen Gemeinschaften, mit denen sie zusammenarbeitet, konnten ihre Tradition weitergeben und sind in dem, was sie tun, sehr erfüllte Künstler. Ihr Können zeigt sich neben den Kleidern aus reinster Seide speziell bei den Taschen, deren Stoffe in verschiedenen Regionen Indiens ausgesucht werden, darunter Gujarat, Rajasthan und Orissa. Die Gewebe sind teils eine Mischung aus Baumwolle mit Vintage-Leder und Phulkari-Arbeiten. "Phulkari" ist eine sehr alte Tradition in aufwendig handgearbeiteten Stickereien. "Ein einzigartiges Accessoire zu tragen, sagt eine Menge über eine Person aus", findet Ringel: "Dieses Besondere zu finden und umzusetzen war für mich die Idee, meine Marke 'Shwetha' zu starten." Als Unternehmerin mit zwei kleinen Kindern ist es mitunter wie in einem Vabanquespiel. Jedoch hat Ringel in ihrem Ehemann, ebenfalls ein erfolgreicher Unternehmer, jemanden gefunden, der immer da unterstützt, wo es gerade nötig ist. Denn die Arbeit geht abends weiter, wenn die Kinder im Bett sind. Die Uhr tickt - der Start ihrer Kollektion (Februar 2016) rückt in greifbare Nähe.

Quelle: RP
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