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Oberkassel
Singen für mehr Gemeinsamkeit

Oberkassel. Die Stadtbezirkskonferenz (SBK), die sich aus Pflegediensten, Ärzten, Behörden und Kirchengemeinden zusammensetzt, will künftig ihre vielen sozialen Angebote wie das "Stadtteilsingen" bekannter machen. Von Heide-Ines Willner

Einen Seniorentag wird es auf dem Barbarossaplatz in diesem Jahr nicht geben. Stattdessen hat sich die Stadtbezirkskonferenz als Veranstalterin für einen Klausurtag entschieden, bei dem man sich unter wissenschaftlicher Begleitung durch den Fachbereich Gerontologie der TU Dortmund mit der Seniorenarbeit beschäftigen will. Das Ziel ist es, die zu erwartenden Bedürfnisse älterer Menschen zu ermitteln. "Ein Ergebnis ist die Erkenntnis, dass die SBK ein geballtes Wissen in der Seniorenarbeit vorweisen kann. Schließlich sind darin Verbände, Pflegedienste, Ärzte aus dem Krankenhaus, Behörden und Kirchengemeinden vertreten", sagt Vorsitzende Bettina Orthey. Sie ist die Diakonin und Chefin der Sozialen Dienste der Oberkasseler Diakonie. Vornehmlich gehe es jetzt darum, auf sich aufmerksam zu machen, der SBK ein Gesicht zu geben. "Infostände am Barbarossaplatz sollen künftig helfen, Vertrauen aufzubauen", so Orthey.

Dabei werden auch Angebote hervorgehoben. Zum Beispiel der Arbeitskreis "Demenzfreundlicher Stadtteil", der die Menschen für die Erkrankung sensibilisieren will, oder der Arbeitskreis "Gemeinsam statt allein." Als Anknüpfungspunkt dient unter anderem das Stadtteil-Singen. Ein Angebot, das Bettina Orthey regelmäßig an unterschiedlichen Wochentagen, Orten und Zeiten anbietet und das zunehmend angenommen wird. "Damit wollen wir auch Menschen, die sich gängigen Angeboten entziehen, eine Chance auf ein Stück Gemeinsamkeit geben." Zuletzt wurde auf dem Plätzchen vor der Philippuskirche gesungen. 28 Personen waren dabei und auch Pfarrer Michael Rischer, der beim Lied "Tulpen aus Amsterdam" die Anwesenden mit eben diesen Blumen beschenkte. Dass diesmal so viele zusammenkamen, ist vielleicht auch der erweiterten Liederfibel und der neuen "Westerngitarre" geschuldet, die die Bezirksvertretung 4 finanzierte, so wie auch ein Werbesegel mit der Aufschrift "Stadtteilsingen". "Das Instrument hat Stahlseiten und ist anders als die Konzertgitarre auch noch in größerer Entfernung zu hören", freut sich Bettina Orthey.

Auch ein Theaterprojekt für dementiell veränderte Menschen hat unter dem Namen "Rollenwechsel" im Dorothee-Sölle-Haus Fuß gefasst. Im wöchentlichem Rhythmus begeben sich acht Senioren auf eine Reise in die Fantasie. Bettina Orthey: "Mit Hilfe von wenigen markanten Kostümen schlüpfen die Mitwirkenden in neue Figuren, sind Kapitän auf einem Ausflugdampfer oder Model auf dem Catwalk - sogar im Rollstuhl." Das Rollenspiel ermögliche, eine andere Identität anzunehmen oder auch das Wiederbeleben eigener Erinnerungen. Eine Aufführung sei nicht angestrebt. Jede Stunde werde neu entwickelt, unterstützt von Theaterpädagogin Christina Arnold. Künftig übernimmt Ulrike Kölgen die Führung des "Rollenspiels", das durch die Löricker Schützen finanziell unterstützt wurde.

Zu den neuen und umfangreichen Angeboten der Stadtbezirkskonferenz zählt auch die Idee eines "lebendigen Adventskalenders", mit dem die Vorweihnachtszeit stimmungsvoll gestaltet werden soll. Jeden Tag im Advent wird dafür ein zuvor geschmücktes Fenster oder eine Tür geöffnet, zum Beispiel bei den Zentren plus Oberkassel und Heerdt, in einem Altersheim, Krankenhaus oder in einem der ansässigen Pflegedienste. Wer will, kann sich dort einfinden, bekommt etwas Adventliches vorgetragen oder wird eingeladen zu singen und zu basteln. Zudem kann die Einrichtung besichtigt werden. Flyer werden verteilt, damit jeder weiß, wo und wann welches Fenster geöffnet wird. "Wir haben für alle 24 Türchen Abnehmer gefunden und hoffen, dass unsere Idee angenommen wird", so die Diakonin.

Quelle: RP
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