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Oberkassel
Stütze der katholische Gemeinde geht in den Ruhestand

Oberkassel. Der Anrufer meldet sich im Pastoralbüro, weil er im nächsten Jahr in der St. Antoniuskirche heiraten will. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, gäbe es da nicht ein Hindernis, das zuvor aus dem Weg geräumt werden muss. Denn: Der Bräutigam ist evangelisch, die Braut ohne Konfession. Das heißt, sie muss sich vorher taufen lassen. Für Pfarrsekretärin Hannelore Schröder kein Problem. Obwohl sie längst Feierabend hat, gibt sie dem Bräutigam freundlich Tipps, was als nächstes zu tun ist. Trauungen, Taufen, Caritassammlungen organisieren, Messen annehmen, und Hilfe allen zu geben, die an die Tür des Pfarrhauses klopfen - das ist seit 40 Jahren nicht nur ein Job für Hannelore Schröder, sondern Berufung, wie ihr Chef, Pastor Michael Dederichs, bestätigt. "Sie identifiziert sich mit ihrer Pfarrei." Von Heide-Ines Willner

Die berufliche Laufbahn im Dienst des Erzbistums Köln begann die gebürtige Oberbilkerin 1975, als sie nach der kaufmännischen Lehre das Stellenangebot der St. Antoniusgemeinde in der Zeitung entdeckte. "Ich habe mich dann beim damaligen Pastor Msgr. Friedrich Vater beworben und bekam die Stelle." Sie sei täglich gependelt, auch als sie nach ihrer Heirat in Neuss gewohnt habe. Trennen mochte sie sich von ihrer Arbeit in Oberkassel nicht. "Ich liebe diese Kirche", sagt sie und deutet auf das Gotteshaus, dass sich hinter dem Fenster ihres Büros erhebt. Seit zwölf Jahren kann sie es auch aus ihrer Wohnung sehen, die über dem Pfarrbüro liegt.

40 Jahre - das bedeutet gerade für den Beruf der Bürokauffrau immer wieder, sich auf neue Techniken einzustellen. "Als ich anfing, hatten wir noch Karteikärtchen und Rollschränke", erinnert sich Hannelore Schröder. Heute arbeite sie an modernen Bildschirmen mit Internet und Co.

"Das stete Lernen hat die Arbeit auch interessant gemacht." Trotzdem blieb Zeit für sie und ihren Ehemann, sich ehrenamtlich zu engagieren. Früher im Heerdter CBT-Wohnheim und Hospiz in Erkrath, denn "niemand sollte allein sterben", und heute im Hubertusheim am Jürgensplatz.

Und wenn sie gefragt wird, warum sie Beruf und Ehrenamt so leidenschaftlich ausübt, sagt sie schlicht: "Ich bin glücklich, mit Menschen zu arbeiten, ihnen zu helfen und hoffe, das noch lange tun zu können."

Quelle: RP
 
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