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Pempelfort
Drei Einbrüche in fünf Monaten

Pempelfort. Die Täter kamen in der Nacht und durchsuchten das Rio Douro an der Roßstraße nach Geld. Von Nicole Scharfetter

Als gestern Morgen Antonio de Jesus' Telefon klingelte, ging er mit einem mulmigen Gefühl ran. Eigentlich ruft ihn seine Putzfrau nicht so früh an. Sie erzählte mit zitternder Stimme, dass in de Jesus' Restaurant Rio Douro in der Nacht zu Mittwoch eingebrochen worden sei. Der erste Gedanke des Portugiesen: "Nicht schon wieder." Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr sind Unbekannte durch ein Fenster in das Restaurant an der Roßstraße eingedrungen. Ein Täter konnte nicht ermittelt werden.

"Der Laden war voll am Dienstagabend", sagt de Jesus. Stammgäste seien dort gewesen, "geschlossene Gesellschaft, 50 Mann etwa". De Jesus' Mitarbeiterin schloss den Laden gegen Mitternacht, kurz nachdem die letzten Gäste gegangen waren. Die beiden ersten Einbrüche hatten dicht beieinander gelegen, während der Fußball-Europameisterschaft. "Immer wenn Portugal spielte, kamen viele Leute zu uns", erzählt de Jesus. Bis zur Straße hätten sie gesessen, hätten gegessen und getrunken. Entsprechend gut seien die Einnahmen gewesen. "In der Nacht kamen dann die Einbrecher ", sagt der Gastronom. "Vermutlich haben sie geglaubt, dass wir das Geld hier bunkern."

Das erste Mal stiegen die Täter durch ein Seitenfenster, konnten die Schublade, in der die Geldbörsen der Kellner eingeschlossen waren, nicht aufbrechen. Aber das Trinkgeld sei weggekommen, rund 350 Euro. Beim zweiten Einbruch hebelten sie die Schublade auf, die Portemonnaies hatte de Jesus aber nach dem ersten Einbruch nicht mehr über Nacht im Laden gelassen. Damals kamen 500 Euro Trinkgeld weg, und die Einbrecher verwüsteten den Thekenbereich. "Teure Flaschen und fast alle Gläser waren zerbrochen", sagt Antonio de Jesus. Beim jüngsten Einbruch sind sie durch das große Fenster gleich neben der Eingangstür gekommen, sicher ein Dutzend Spirituosen-Flaschen würden nun fehlen. Außerdem hätten die Täter auch in der Küche gewütet. Geld vermisst de Jesus nicht.

Doch er ist inzwischen ratlos. Jeden Abend geht er mit einem schlechten Gefühl nach Hause, lässt seine Mitarbeiter ungern im Lokal allein. "Unser Restaurant liegt an einer dunklen Ecke", sagt de Jesus, der fürchtet, dass seinem Personal auch etwas passieren könnte.

Wieder hat der Portugiese jetzt Papierkram zu erledigen für die Polizei, wieder muss er auch mit der Versicherung telefonieren. "Wir werden uns eine Alarmanlage anschaffen müssen", sagt er. Das kostet, und die Versicherungsprämie steigt natürlich auch wieder an.

Antonio de Jesus' Mitarbeiter haben Angst, und er selbst kommt seit Wochen auch nicht mehr zur Ruhe. Trotzdem will er mit dem Restaurant weitermachen. "Das ist unser Job", sagt er. Und seinen Humor lässt er sich nicht nehmen: "Jetzt müssen wir uns noch bessere Verstecke überlegen für die Geldbörsen."

Quelle: RP
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