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Pempelfort
Ein wahres Pfingstfest der Nationen

Pempelfort. Neun Gemeinden nahmen am Pontifikalamt mit Weihbischof Schwaderlapp in der Kirche Heilige Dreifaltigkeit an der Jülicher Straße teil und feierten im Anschluss auf der Barbarastraße. Von Sven-André Dreyer

Carmelitta (39), Tina (47) und Miriam (41) sind gestresst: ihre Panzerotti - pikante Teigtäschchen, gefüllt mit Tomaten und Mozzarella - verkaufen sich derart gut, dass sie in den Räumen der Missione Cattolica Italiana, dem italienischen Pfarramt an der Becherstraße, dringend neue frittieren müssen. Der Teig ist fertig, nun werden die leckeren Taschen gefüllt.

Aber nicht nur die apulische Spezialität findet neue kulinarische Freunde und Liebhaber, auch die gebratenen Kochbananen mit Bohnensoße, die die ghanaische Gemeinde anbietet, Kichererbsenpüree aus Spanien, ukrainische Fleischspezialitäten sowie indisches Fingerfood verzeichnen am Mittag reißenden Absatz.

Zum zehnten Mal feierten am Sonntag insgesamt neun deutsche und internationalen Gemeinden ein gemeinsames Pfingstfest der Katholischen Kirche Derendorf Pempelfort unter dem Titel "Fest der Nationen". Und tatsächlich: Nach einem gemeinsamen Pontifikalamt in der Kirche Heilige Dreifaltigkeit, das Weihbischof Dominikus Schwaderlapp mit zahlreichen Chören und in verschiedenen Sprachen feierte, trafen sich Gemeindemitglieder und Anwohner trotz des durchwachsenen Wetters auf der Barbarastraße zu internationaler Begegnung und regem Austausch. Sprachliche Barrieren gab es kaum, zur Not erfolgte die Kommunikation multilingual.

"Ich mag das Fest und die Stimmung sehr", sagte Matthias Blankenstein (31), der das Straßenfest gemeinsam mit seiner Frau und dem einjährigen Sohn Theodor besuchte. Die Familie wohnt in der Nachbarschaft und genoss das friedliche Treiben vor der eigenen Haustür. Extra für das Begegnungsfest nach Pempelfort zurückgekommen war auch Pater Pius. Der 39-Jährige war fünf Jahre als Kaplan in der Gemeinde tätig, arbeitet seit September des vergangenen Jahres in Bonn. Viele Gemeindemitglieder begrüßten ihn freudig, suchten das Gespräch. "Ich fühle mich den Menschen dieser Gemeinde immer noch sehr verbunden", sagte Pius.

Die neuen Eindrücke waren für Gemeindemitglieder und Besucher vielfältig: Auf der Bühne vor dem Pastoralbüro zeigte die kolumbianische Kindertanztruppe ihr Können, die maronitische Gemeinde veranstaltete ein Quiz. In traditioneller Kleidung regten indische, rumänische und ghanaische Gemeindemitglieder mit Tänzen und Gesang Festbesucher zum spontanen Mitmachen an.

Einige Schritte weiter verkauften die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Gemeindebibliothek gebrauchte Bücher. "Durch den Erlös des Bücherflohmarktes können wir unsere Bücherei um aktuelle Titel erweitern", sagt Renate Köntges (67). Besonders der Kinder- und Jugendbereich der Bibliothek wird von den Mitgliedern der insgesamt sechs angeschlossenen Gemeinden sehr gerne genutzt, rund 1400 ausgestellte Nutzerausweise sprechen für sich. Bis in den späten Nachmittag wurde auch der Pfarrgarten hinter dem Pastoralbüro gerne besucht: Dort konnten Kinder eine Hüpfburg erobern, sich als Schmetterling, Drache und Krokodil schminken lassen und mit den Erzieherinnen der drei Gemeinde-Kitas Freundschaftsbänder basteln.

Quelle: RP
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