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Pempelfort
Erste Kneipentour in Pempelfort

Pempelfort. Am 3. September feiern die Händler der Schwerinstraße ihr zweites Straßenfest. Der Termin kollidiert allerdings mit der Premiere der Kneipentour rund um die Nordstraße. Die Organisatoren glauben, dass beides funktioniert. Von Marc Ingel

Der Termin für das zweite Schwerinstraßenfest steht: Am Samstag, 3. September, wollen die Initiatoren um Nathalie Flörke von der Mode-Boutique Mandalay den Erfolg der Premiere im Vorjahr in der kleinen Nebenstraße der Nordstraße nach Möglichkeit wiederholen. "Es machen noch mehr Geschäftsleute mit als im vergangenen Jahr, und da waren wir schon annähend 20", sagt sie rückblickend. Erneut soll sich jeder Einzelhändler eine besondere Aktion überlegen. Die reichten beim letzten Mal von Livemusik über einen Hippiemarkt bis zum Bemalen von Keramik. "Die Organisation wird jetzt etwas professioneller, das war 2015 zwar alles sehr schön, aber auch sehr spontan und etwas unkoordiniert", sagt Flörke.

Was sie allerdings bislang noch nicht wusste, ist, dass die Werbegemeinschaft Nordstraße ebenfalls für den 3. September zur ersten Kneipentour rund um die Einkaufsstraße in Pempelfort aufgerufen hat. Doch ihre anfängliche Panik weicht schnell der Erkenntnis, "dass sich beides durchaus befruchten kann, da wir ja tagsüber feiern und die Konzerte eher am Abend stattfinden".

Auch Ralf Michael Pape, der die Kneipentour im Auftrag der Werbegemeinschaft organisiert, ist zunächst aus allen Wolken gefallen, als er von der Terminkollision erfuhr. "Das ist nicht perfekt koordiniert", räumt der Bandvermittler und Konzertveranstalter ein, der nach kurzem Überlegen aber meint: "Jetzt ist es so, wie es ist, und das eine muss das andere keineswegs ausschließen. Das lässt sich doch wunderbar miteinander verknüpfen, dann gibt es halt von morgens bis spät abends in Pempelfort Party."

Sein Livekonzert-Konzept hat in Hilden bereits siebenmal gut funktioniert, auch in Eller war die zweite Auflage im April mit 19 Bands in 18 Kneipen und fast 2000 Besuchern ein Erfolg. "Man kann in der Regel sagen, pro Auftritt kommen 100 Leute, das ist natürlich hochgerechnet ein großer Werbeeffekt für einen Stadtteil und seine Gastronomie." Besucher müssen bei Interesse für acht Euro ähnlich wie bei der Jazz Rally ein Bändchen kaufen, damit kommen sie dann in sämtliche Läden rein. "Die Wirte müssen aber auch wirklich mitspielen und dürfen nicht ihre zehn Lieblings-Stammgäste einfach umsonst reinlassen", erklärt Pape. Von dem Erlös werden die Bands bezahlt, Sponsoren decken nach Möglichkeit andere Kosten wie den Druck von Flyern ab, in Eller gab es zuletzt sogar einen Shuttle-Bus, der die Locations miteinander verband.

Pape hat gerade erst mit der Akquise begonnen, Zusagen von BAD, Florian oder Weiß-Blauem Haus liegen aber immerhin schon vor. "Bis Ende Juli muss alles in trockenen Tüchern sein", sagt der Agenturinhaber, der selbst Musiker ist. Mit sieben Konzerten in Kneipen habe er in Hilden einmal angefangen, "das ist sicherlich das Minimum, aber ich bin überzeugt, das werden auch hier mehr". Schließlich sei das Einzugsgebiet mit Derendorf, Pempelfort und Golzheim groß genug. Bands wie Gastronomen könnten sich gerne weiterhin bei ihm bewerben, wenn ein Kneipenbesitzer mal gerade keine Musikgruppe zur Hand habe, sei er ebenfalls behilflich. Vorgesehen ist, dass die Bands zwischen 18 und 22 Uhr bis zu vier Stunden spielen.

Klingt alles sehr schön, wäre da nicht dieser Termin. Peter Kallen vom Café a Gogo an der Schwerinstraße, dem Livemusikschuppen im Stadtteil schlechthin, hat schon abgewunken, und auch Dirk Steege vom 50 Meter weiter entfernt liegenden Café Mutt's, wo häufiger mal Live-Konzerte stattfinden, macht bei der Premiere wahrscheinlich ebenfalls nicht mit. "Die Idee ist gut, das Konzept scheint mir auch schlüssig zu sein. Aber ich kann nicht meinen Gästen, die tagsüber zum Schwerinstraßenfest kommen, plötzlich sagen, ihr kommt hier ohne Bändchen nicht mehr rein, wenn die Livemusik losgeht", sagt der Gastronom. Sollte es eine Wiederholung der Kneipentour geben, werde er im nächsten Jahr aber bestimmt mit dabei sein.

Quelle: RP
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