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Pempelfort
Händler lehnen Fußgängerzone ab

Pempelfort. Geschäftsleute diskutieren bei Rundem Tisch über Stärken und Schwächen der Einkaufsstraße in Pempelfort. Von Marc Ingel

Die Idee von Moira Obendorf, seit einem Jahr für die SPD in der Bezirksvertretung 1, das Teilstück der Nordstraße zwischen Venloer und Fischerstraße zur Fußgängerzone zu deklarieren, hat hohe Wellen geschlagen. Es gab Befürworter, vor allem Anwohner, die Stadtteilpolitikerin stieß unter den Geschäftsleuten aber auch auf einige Ablehnung. Ihrer Einladung zum "Runden Tisch Nordstraße" folgten dann jetzt auch rund 15 Interessierte, die über Verkehrsberuhigung diskutieren wollten, aber anderen Belangen, wie sich das Viertel lebendiger gestalten und die Aufenthaltsqualität erhöhen ließe, ebenfalls Beachtung schenkten. Fußgängerzone Zunächst mussten sich die Geschäftsleute Luft verschaffen: Absolut tödlich wäre eine Fußgängerzone für sein Rahmengeschäft, erklärte Ludwig Heidkamp, dessen Kunden zum Teil von weit herkämen und die ohnehin wenigen Parkplätze vor der Tür dringend bräuchten. Das sah Alexander Peters vom gleichnamigen Sanitätshaus ähnlich, allenfalls eine Art Tempo-10-Zone könnte er sich vorstellen. Mit der ewigen Baustelle für den Aufzug an der Kaiserstraße oder zuletzt der Schließung von Nordsee nehme die Frequenz auf dem Anfangsstück der Nordstraße weiter ab, "wir brauchen jeden Kunden und daher auch jeden Parkplatz", sagte Sabine Sellier von Soul Goods. Verkehr Mit anderen, in der Bezirksvertretung 1 zum Teil bereits auf den Weg gebrachten Veränderungen könnten die Ladenbesitzer hingegen ganz gut leben: Tempo 30 auf dem Stück zwischen Duisburger und Schwerinstraße zum Beispiel sei absolut in Ordnung, auch eine klarere Kenntlichmachung der Fußgängerzone am Dreieck wurde allgemein begrüßt. Gerne hätten die Geschäftsleute in Pempelfort noch eine Fußgängerampel, die in Höhe des Café Florian aufgestellt werden könnte. Und mehr so genannte Service Points zum Be- und Entladen größerer Fahrzeuge, wie sie Robert Sonnenberger von der Werbegemeinschaft an der Nordstraße anregte.

Stadtbild Auch die Rückkehr der einst mangels Pflege aussortierten Blumenkübel wurde angedacht, wenn sich denn Paten finden. Nicht zuletzt machten sich die Diskussionsteilnehmer Gedanken über mehr Fahrradabstellplätze - und nahmen auch schon konkret den einen oder anderen Standort ins Auge. Die Bezirksvertretung will außerdem die Stromkästen auf der Nordstraße künstlerisch gestalten lassen. Flexibilität Sorgenkinder der Nordstraße bleiben die Läden auf dem Anfangsstück. Das liegt nicht an den Geschäften selbst, sondern daran, dass Straße wie Bürgersteige einfach zu eng sind. Vom stets gut besuchten Weihnachtsmarkt bleiben die Anlieger dort so zum Beispiel ausgeschlossen. Dass sich auf den Gehwegen Senioren mit Rollator oder Mütter mit Kinderwagen ins Gehege kommen, könne man mangels Platz auch nicht ändern. Wichtig sei, so Sonnenberger, "dass die Flexibilität erhalten bleibt, gerade beim Parken. Denn auch wenn es vielleicht nur 20 Parkplätze sind, aber die werden in einer Stunde eben fünfmal neu belegt".

Quelle: RP
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