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Pempelfort
Leerstand als Chance für die Derendorfer Straße

Pempelfort: Leerstand als Chance für die Derendorfer Straße
Peter Klein wollte von der Verwaltung erfahren, warum so viele Läden auf der Derendorfer Straße leerstehen. Die Verwaltung wusste es aber auch nicht. FOTO: Andreas Bretz
Pempelfort. Die Derendorfer Straße in Pempelfort ist im Umbruch. Inzwischen fehlen die Geschäfte, die ein gehobeneres Publikum anziehen. Auch wenn viele klagen, es gibt Hoffnung. Von Torsten Thissen und Sven-André Dreyer

"Ziemlich tot", sei die Derendorfer Straße, sagt Christine Ast, die hier seit sechs Jahren einen Blumenladen betreibt. Das sei schon immer so gewesen und werde sich auch bis zur ihrem Ruhestandwohl nicht ändern. "Warum nur musste ich mir diesen Standort für die Selbstständigkeit aussuchen?", fügt sie hinzu, dabei kennt sie die Gegend, glaubte auch daran, dass es durch das neue Quartier Le Flair und die FH in der Nachbarschaft besser werde, doch nun sieht sie sich getäuscht. Der Frust sitzt eben tief, und es geht vielen hier so: Viele Schaufenster der Ladenlokale sind mit Malerfolie beklebt, in einigen hängen Schilder, dass das Ladenlokal provisionsfrei zu vermieten sei. Und während der Obst- und Gemüsehändler an der Ecke Stockkampstraße sehr gut zu tun hat, sieht man auf der übrigen Derendorfer Straße nur vereinzelt einkaufende Passanten. Dabei ist ein Ende des Ladensterbens nicht abzusehen: Der Kaisers-Markt etwa - schließt er oder nicht? Peter Klein, für die Linke in der Bezirksvertretung 1, hat bei der Verwaltung nachgefragt, auch was denn mit dem Standort der Stadtsparkasse passiere, wenn die denn, wie bereits angekündigt, Ende des Jahres schließt. Ein Nachmieter sei bislang nicht bekannt, hieß es.

FOTO: dpa-Infografik

Tatsächlich kann man den Eindruck gewinnen, dass der Düsseldorf-Boom an der Derendorfer Straße vorbeigeht. "Die Straße war mal gut", sagt etwa auch Olaf Kirschke, der hier einen Kiosk betreibt, doch inzwischen fehlen einfach die Geschäfte, die ein gehobeneres Publikum anziehen. Und das gebe es durchaus, so Kirschke. Zu ihm kommen die Menschen aus dem Quartier Central. Und auch aus dem Umfeld der FH habe er Kunden.

Auch Andreas Brossmann, der hier einen Fahrradladen betreibt, hat selbst keine Probleme. Doch die Geschäfte in der Nachbarschaft sieht er eher kritisch. So gebe es drei Friseure und drei Blumenläden, das sei offenbar einfach zu viel für die Gegend. Er würde sich wünschen, dass die Neueröffnungen ein wenig mehr auf den Bedarf der Menschen zugeschnitten sind. Auf der Derendorfer Straße fehlt es an Innovationen, die auf das sich verändernde Quartier reagieren.

Ein Beispiel dafür, dass seine Ansicht stimmen könnte, ist das "Cafe Damos", das sich erst im vergangenen Jahr neu angesiedelt hat. Inhaber Damiano Papotto bietet selbst gebackene Kuchen, guten Kaffee, italienische Suppen und Brote an. Außerdem finden in seinem kleinen Laden oft Hauskonzerte statt. "Bei mir läuft es super", sagt er. Besonders viele Studenten finden ihn nicht zuletzt auch, weil er sich im Netz präsentiere. Die Wünsche seiner Kunden, von denen viele neu in der Gegend sind, glaubt er zu kennen. "Was hier fehlt, ist eine schicke Bar, etwas zum Ausgehen." Für Papotto war der Standort "ein Glücksgriff", wie er sagt. Man müsse sich eben nur etwas einfallen lassen.

Quelle: RP
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