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Pempelfort
Mehr Sicherheit für Patienten

Pempelfort: Mehr Sicherheit für Patienten
Ursula Rautenberg und Oberärztin Katja Niedermeier (v. l.) nutzen ein neues System zur Eingangskontrolle der Patienten. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Pempelfort. Mit einem umfangreichen Konzept sorgt der Verbund Katholischer Kliniken Düsseldorf (VKKD) für die Sicherheit seiner Patienten. Von Oliver Burwig

Etwa 12 000 "vermutete Arzthaftungsfälle" liegen den Gutachtern der Bundesärztekammer laut einer Erhebung jährlich vor. Um Fehler zu vermeiden bedient sich der VKKD eines komplexen Systems, dass in jedem medizinischen Bereich für die Sicherheit der Patienten sorgen soll.

"Die Hälfte aller medizinischen Fehler geschehen in der Medikation", sagt Gery Schmitz, Chefapotheker des VKKD. Die Fälle reichten von nicht verabreichten bis hin zu falschen Medikamenten. Die Ursache dieser Fehler ist oftmals, dass Patienten oft eine breite Palette an Medikamenten bekommen, in der Nebenwirkungen durch weitere Medikamente gekontert werden. "Es gibt kein Medikament ohne Nebenwirkungen", sagt Schmitz. Um Fehler zu minimieren, überprüfen die Ärzte oder Schwestern jeden Patienten an jedem Morgen hinsichtlich des Medikamentenbedarfs. "Wir fragen auch nach Latexallergien, die für das Katheterlegen problematisch sein kann", sagt Schmitz. Bevor Patienten ihre Pillen bekommen, prüft eine Software per Foto-Analyse die eingetüteten Medikamente auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

Rund fünf Prozent der Patienten, die das Marien Hospital täglich neu aufnimmt, wissen nicht, dass sie Diabetes haben. Da dies nicht nur bei bevorstehenden Operationen gefährlich sein kann, nutzt die Klinik ein sogenanntes telemedizinisches System zur Eingangskontrolle. Dabei kontrolliert Oberärztin Katja Niedermeier unter anderem, ob ein eingehender Patient einen auffälligen Blutzuckerwert hat - ohne ihn vor Ort untersuchen zu müssen. Eine Software übermittelt die Patientendaten nach der Blutabnahme im jeweiligen VKKD-Krankenhaus in die Diabetologie des Marienhospitals, wo Niedermeier und ihre Kollegen sie auswerten. Davon abhängig sind beispielsweise auch finanziell relevante Entscheidungen der Ärzte wie die Verschiebung einer Operation: "Mitunter sind die Blutzuckerwerte vor einer OP durch Stress erhöht. Wir können das hier genau prüfen und von den Fällen trennen, in denen tatsächlich Diabetes vorliegt", erklärt Niedermeier.

Eine Prüfung auf multiresistente Keime (MRSA-Screening), erhalten in den Kliniken des VKKD alle Patienten vor der stationären Aufnahme. Bei "Risikogruppen" wie Menschen mit hohem Alter oder mehreren zurückliegenden Krankenhausaufenthalten kommen weitere Tests hinzu. Durch diese Maßnahmen sank die Infektionsrate in den Krankenhäusern wie dem Marienhospital deutlich. Ein weiterer Vorteil des allgemeinen Tests ist, dass Ärzte den Zeitpunkt einer Infektion genau festgestellt können. Helmut Wenzel, VKKD-Hygienebeauftragter, betont, dass die gefürchteten Keime nicht zwingend aus Krankenhäusern stammen: "Früher hatten wir 30 Patienten im Jahr, bei denen wir die Ursache ihrer Infektion nicht feststellen konnten. Jetzt sind es noch zwei."

Quelle: RP
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