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Pempelfort
Möbel mit Geschichte

Pempelfort. Seit einem Jahr verkauft Tabitha Gopp in ihrer Vintage Fabrik an der Nordstraße mit Erfolg alte Möbel und Accessoires für die Wohnung. Dafür hat sie sich ein breites Händlernetz aufgebaut. Kunstausstellungen rund das Konzept ab. Von Marc Ingel

Es existiert ein Grundsatz im Geschäft von Tabitha Gopp: Vintage bedeutet wirklich alt, nicht auf alt gemacht. In ihrem Laden an der Nordstraße findet man keinen ausrangierten Trödel, "jedes Möbelstück und Einrichtungsaccessoire ist ein Unikat, das von uns liebevoll und sorgfältig aufbereitet wurde, so dass der Kunde es trotz seiner womöglich kleinen Macken und der Historie ins Herz schließen kann", erklärt Gopp.

Vor einem Jahr hat sie die Vintage Fabrik in Pempelfort eröffnet, "und es läuft wirklich gut". Alte Schätze aus Metall oder Holz im Industriestil, selbst besorgt über ein inzwischen weitgefächertes Händlernetz und in der eigenen Werkstatt bei Bedarf geschliffen oder lackiert, so etwas finde in der Regel stets einen Käufer, der seine Altbauwohnung ein wenig aufpeppen will. Auf Trödelmärkten trifft man Tabitha Gopp jedoch nicht an, der Aufdruck "Made in China" ist selbstverständlich ebenfalls verpönt.

Drei Studenten unterstützen die Geschäftsfrau, liefern aus, begleiten sie aber auch im Transporter nach Dänemark oder in ein weit entferntes Kaff im tiefsten Ostdeutschland, wenn Tabitha Gopp dort auf Umwegen mal wieder einen alten Schreibtisch oder ein schweres Ledersofa entdeckt hat. "Da muss man dann auch ganz schön was schleppen können", berichtet die zierlich wirkende Frau, die Malerei und Grafik studiert hat.

Verkauft hat sie im abgelaufenen Jahr vieles, von dem sie befürchten musste, dass es zum Ladenhüter wird: Fabrikschränke mit unzähligen Schubladen aus der ehemaligen DDR, Werkstattschränke von einem Army-Stützpunkt in Frankfurt, alte Turngeräte für den Bocksprung, die mit gekürzten Beinen zum Hocker umfunktioniert oder Werkstattwagen, die zum Abstellen von Gläsern zweckentfremdet wurden. "In diesen Dingen steckt einfach Leben, sie erzählen eine Geschichte", sagt Tabitha Gopp und sieht darin auch eine Erklärung für ihren Erfolg. "Es kommen zudem Gastronomen, die ihr Café mit meinen Möbeln ausstatten oder Fotografen, die sich Sachen im Vintage-Stil für ein Shooting ausleihen wollen", sagt Tabitha Gopp.

In ihrer "Fabrik" gibt es aber auch ausgefallene Kunstschauen. Noch bis Ende des Monats ist zu den normalen Ladenöffnungszeiten (werktags 11-19 Uhr, samstags 11-17 Uhr) aktuell die Ausstellung "Pola meets Plici" zu sehen. Die Fotografin Tanja Deuß hat für sich die Polaroid-Fotografie wiederentdeckt ("Pola"), verfremdet die Aufnahmen und schafft so ganz neue kleine Kunstwerke. Andrea Glufke wiederum hat Karikaturen und Zeichnungen der legendären Satirezeitschrift Simplicissimus ("Plici") ebenso wie Fotos aus der Zeitschrift "Film und Frau" künstlerisch veredelt und auf Holzfaserplatten aufgezogen.

Quelle: RP
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