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Pempelfort
Nicht alle wollen eine Fußgängerzone

Pempelfort: Nicht alle wollen eine Fußgängerzone
Am Infostand "Meine-Deine-Unsere Straße: Ideen für die Nordstraße" kamen von den Bürgern viele Anregungen. FOTO: Andreas Endermann
Pempelfort. An einem Infostand konnten am Samstag Bürger sagen, was sie von der Idee halten, aus der Nordstraße eine Fußgängerzone zu machen. Viel Zustimmung gibt es für den Vorschlag, das Tempo auf 30 km/h zu begrenzen. Von Julia Chladek

Tempo 50 trotz vieler Fußgänger und Fahrradfahrer, Parken im Halteverbot, eine kaum beachtete Fußgängerzone - für Moira Obendorf ruft die Situation an der Nordstraße nach Veränderung. Im Januar stellte die 27-Jährige, die für die SPD in der Bezirksvertretung 1 sitzt, einen Antrag zur besseren Regulierung des Individualverkehrs auf der beliebten Einkaufsstraße.

"Pro zehn Minuten fahren im Durchschnitt fünf Autos durch die Fußgängerzone am Dreieck - unter anderem auch wegen der leicht zu übersehenden Markierung. Aber auch auf dem übrigen Teil der Straße sieht es nicht besser aus: Es ist unbegreiflich, warum hier Tempo 50 erlaubt ist, wo die Situation für Radfahrer und Fußgänger wegen der Straßenbahnschienen und zu weniger Ampeln schon gefährlich ist", fasst Obendorf zusammen.

Mit ihrer Initiative stieß sie bei SPD-Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner auf offene Ohren. "An der Nordstraße wurde zuletzt in den 1970er-Jahren etwas in Sachen Regulierung des Verkehrs getan. Seitdem hat sich die Situation vor allem in den umliegenden Vierteln verändert: Es gibt mehr alte Menschen, aber auch mehr Familien mit Kindern und Radfahrer. Die SPD, unterstützt von Grünen und Linken, fordert deshalb eine Fußgängerzone für den hinteren Teil der Nordstraße zwischen Venloer/Duisburger Straße und Fischerstraße. Gegenwind gibt es jedoch von CDU und FDP. Ein Infostand sollte deshalb am Samstag auch unter den Bürgern die Diskussion rund um eine Neugestaltung der Einkaufsstraße anstoßen.

"Die ganze Nordstraße sollte zur Fußgängerzone gemacht werden", sagte Petra Schulteis, die am Spichernplatz wohnt und oft zum Einkaufen kommt. "Die Parkerei ist eine Katastrophe." Unterstützung findet die Idee auch bei vielen Händlern wie Dirk Kleinloh von der Boutique "i heart". "Eine Fußgängerzone würde die Nordstraße extrem aufwerten und attraktiver machen. Auch die Gastronomie würde profitieren und könnte die Flächen beispielsweise für Terrassen nutzen", so Kleinloh. Kein Wunder also, dass die Ideen der SPD auch bei Gastronomen wie Peter Christoph, Geschäftsführer des "Himmel un Ähd", gut ankommen. Er kam am Infostand vorbei, um seine Unterstützung für die Initiative zu bekunden. Doch nicht alle Händler sind davon begeistert. "Viele meiner Kunden sind gehbehindert und kommen daher mit dem Auto. Wir bräuchten eher mehr statt weniger Kundenparkplätze", kritisierte Alexander Peters, Inhaber des Sanitätshaus Peters. Vorstellen kann er sich eine Reduzierung auf Tempo 30, die Einrichtung einer Spielstraße oder Alternativen wie freies Kurzzeitparken.

Die Meinung der Bürger zu einer reinen Fußgängerzone ist geteilt. "Das würde den Händlern schaden", sagte Ellen Schick aus Oberkassel. "Aber an Tempo 30 führt kein Weg vorbei." "Fakt ist, dass laut einer Studie der IHK nur 20 Prozent der Besucher der Nordstraße mit dem Auto kommen. Die anderen kommen zu Fuß, mit dem Rad oder der Bahn. Außerdem haben wir im Umkreis mehrere Parkhäuser, von denen keines voll ausgelastet ist", erwiderte hingegen Obendorf.

Dass etwas geändert werden muss, da sind sich Politiker, Händler und Bürger also einig. Doch eine Lösung liegt auch nach der Diskussion am Samstag noch in weiter Ferne.

Quelle: RP
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