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Pempelfort
Pempelforts neuestes Kunstwerk

Pempelfort. Eine Woche lang haben Streetart-Künstler aus Düsseldorf und Haifa eine Hauswand gestaltet. Die Anwohner waren erst skeptisch. Von Torsten Thissen

Man muss zunächst sagen, dass die Streetart-Künstler aus Düsseldorf und Haifa nicht mit ihren Klarnamen genannt werden wollen und sowieso nicht gern in Erscheinung treten. Das ist in der Szene so üblich, und davon rücken sie auch nicht für so ein großes Projekt wie die Gestaltung der Hauswand an der Franklinstraße ab. "Keine Namen, und die Gesichter müssen unkenntlich sein", sagt KJ263, der Düsseldorfer russischer Abstammung, der von den Nachbarn im Quartier in der vergangenen Woche gern "der Russe" genannt wird. Er toleriert das, inzwischen sogar leicht amüsiert. Die Woche ist fast rum und das Wandgemälde - zumindest der Part der Künstler aus Haifa - ist beinahe fertig. Die Woche war nicht einfach für Broken Fingaz, Mexer und KJ263. Viel Überzeugungsarbeit haben sie hier leisten müssen, denn die Nachbarn waren erst skeptisch. Zu lange haben sie für ihre "Grüne Oase" hier gekämpft, eine Bebauung verhindert, außerdem gibt es hier ja schon die Bauminstallation von Bogomir Ecker, ob Streetart dazu passt, dass hier eine Wand gestaltet wird, ohne die Anwohner zu befragen? KJ263, Mexer und Broken Fingaz sahen sich vielen Fragen ausgesetzt, als sie mit ihrer Arbeit begannen. "Die Leute wollten schon wissen, was wir hier machen", sagt KJ263, sie seien aber aufgeschlossen und freundlich gewesen. Und sie sind am Ende ja auch versöhnt mit der Arbeit der Künstler. Immer wieder halten Passanten und bewundern das Bild. Olivia Koch ist eine von ihnen. Auch die Kunstlehrerin war zuerst skeptisch, "immerhin sehe ich das Bild jetzt jeden Tag, wenn ich aus dem Haus komme", sagt sie. Und außerdem hat sie sehr das Schattenspiel der Platanen auf der Häuserwand gemocht, wenn die Sonne scheint. Doch inzwischen ist sie auch von dem Bild begeistert. Zumal die Arbeit auch technisch sehr anspruchsvoll ist. "Ja, die Figuren, Porträts und Ornamente sind ohne Schablone aus der freien Hand gearbeitet", sagt KL263. Für Broken Fingaz, das Zweier-Team aus Düsseldorfs Partnerstadt Haifa, war das eine schöne Herausforderung. Jetzt steht ihr Name an der 108 Jahre alten Wand in hebräischer und lateinischer er Schrift. Man kann ihn von links nach rechts und von rechts nach links lesen.

Fertig wird die Wand erst in der kommenden Woche, dann wenn auch KJ263 fertig wird. Wegen des Zeitdrucks hat er den Kollegen aus Israel den Vortritt gelassen. "Die Jungs" wollen noch nach Berlin, müssen dann nach Israel. Der Aufenthalt in Düsseldorf hat ihnen gut gefallen, sagen sie.

Eine ältere Dame kommt vorbei, sie gehörte zu der Bürgerinitiative, die für den Erhalt der Grünfläche gesorgt hat. Sie weiß nicht, dass Broken Fingaz schon ein Album-Cover für die Rockband Blink 182 gestaltet haben, auch in England und Basilien präsent sind. Sie findet das Bild schlicht schön.

Quelle: RP
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