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Rath
Banges Hoffen auf ein neues Zuhause

Rath: Banges Hoffen auf ein neues Zuhause
Die Hunde im Tierheim in Rath hatten am Samstag aufgrund des Tags der offenen Tür deutlich mehr Besuch als üblich. FOTO: Bernd Schaller
Rath. Beim Tag der offenen Tür präsentierte das Tierheim seine Bewohner und zeigte Möglichkeiten, wie man ehrenamtlich helfen kann. Von Katharina Schneider-Bodien

So viel Besuch ist Nanuk gar nicht gewohnt. Der weiße Husky macht große Augen, als schon zum Startschuss morgens um zehn fast 300 Besucher über das Gelände laufen. Auch vor seinem Zwinger bleiben immer wieder interessierte Menschen stehen, beobachten ihn und lesen das Schild an den Gitterstäben. Es ist schließlich Tag der offenen Tür im Tierheim Rath.

Einmal im Jahr öffnet der Tierschutzverein Düsseldorf seine Tore für Besucher und Anwohner. Neben den vielen Tieren, die auf ein richtiges Zuhause hoffen, finden sich am Samstag auf dem Areal auch viele Stände von befreundeten Organisationen, die diese Bühne für den Tierschutz nutzen wollen.

Doch so viele Besucher an diesem Samstagmorgen auch vor den Gitterstäben des beeindruckenden Huskies stehen bleiben, die meisten von ihnen gehen nach einem kurzen Blick auf sein Schild weiter. Denn Nanuk ist nicht nur taub. Er war auch schon einmal vermittelt, hatte also eine Familie gefunden, die ihn aufnehmen wollte. Mit diesen Besitzern kam der Rüde jedoch nicht zurecht und landete deshalb erneut in Rath. Rasse-Kenner werden deshalb benötigt, heißt es auf der Kurzbeschreibung.

So wie Nanuk hat fast jedes Tier hier eine eigene Geschichte. Schäferhund Django wird als "liebenswürdiger Teddybär" angepriesen, er ist auf einem Auge blind. Steckt man ihm jedoch die Hand entgegen, schleckt er diese mit seiner rauen, warmen Zunge ab. Ganz so als ob er sagen wolle "Komm, gib dir einen Ruck und lass' es uns miteinander versuchen". Nicht alle Hunde sind an diesem Tag jedoch so cool wie Django und Nanuk. Viele von ihnen bellen laut, laufen unruhig in ihren Käfigen herum oder versuchen, das Treiben durch ihre Käfige zu beobachten. Alle von ihnen sind sehr gepflegt, haben glänzendes Fell. Trotzdem wäre jeder gerne woanders.

Natalie ist mit ihrem Vater nach Rath gekommen. Bei ihr wurde im vergangenen Jahr Zöliakie festgestellt. Weil sie so gut mit der Krankheit zu Recht kommt und sich an die strikten Ernährungspläne hält, möchten die Eltern den größten Wunsch ihrer Tochter erfüllen, ein eigenes Haustier. "Wir wollten deshalb zuerst mal im Tierheim schauen, das Plakat haben wir ganz zufällig beim Einkaufen entdeckt", erzählt Vater Jean. Er hatte zwar eher auf eine Katze gehofft, doch Natalie zieht es immer wieder zu den Hundezwingern. "Meine Mutter möchte auch lieber einen Hund. Sie hatten früher immer einen Retriever, die finde ich aber langweilig" erzählt die 14-Jährige. Ein mittelgroßer Rüde mit drahtigem Kurzhaar hat es ihr besonders angetan. "Er hat so lustige Ohren", begründet der Teenager die spontane Zuneigung.

Direkt mitnehmen können die Beiden den Hund dann aber nicht. Kurzschlusshandlungen sollen so vermieden werden. Die Familien sollen sich bewusst sein, dass sie die Verantwortung für ein neues vollwertiges Familienmitglied übernehmen. "Wir kommen wohl am Montag wieder", ist sich Jean sicher. Das Katzenhaus möchte er trotzdem noch sehen.

Quelle: RP
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