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Rath
Eine eigene Stelle für Flüchtlingsarbeit

Rath. In Rath hat endlich der Welcome Point seine Arbeit aufgenommen. Er soll Beratungen und Freizeitangebote für Flüchtlinge koordinieren und eine Anlaufstelle für Helfer sein. Studenten der Hochschule beobachten die Arbeit. Von Julia Brabeck

Offiziell ist der Welcome Point in Rath am 1. September gestartet. Aber bereits Monate vorher haben die Mitarbeiter des Rather Familienzentrums (RFZ), dem das Projekt konzeptionell und räumlich angeschlossen ist, bereits viele Angebote für Flüchtlinge und ihre Helfer eingerichtet. "Darauf können wir nun gut aufbauen", sagt Monika Reckmann, Leiterin der ASG im Familienzentrum.

Sie wird ein Drittel der genehmigten Stelle übernehmen. Die restliche Stelle teilen sich Elisabeth Saller und Petra Kraft von der Caritas und Cordula Gnoßmann-Hillen vom SKFM (Sozialdienst katholischer Frauen und Männer). Diese Aufteilung sorgt dafür, dass die Kooperationspartner des Familienzentrums gleichermaßen in die Flüchtlingsarbeit einbezogen werden, die Vernetzung noch weiter gestärkt wird. Die Zuständigkeiten wurden bereits grob aufgeteilt.

Der SKFM ist vor allen Dingen eine Anlaufstelle für die Ehrenamtlichen, berät und vermittelt diese weiter. Er wird sich auch um die Weiterleitung von Sachspenden kümmern und Angebote zur Integration von Neubürgern unterbreiten und Sozialberatungen, auch mit Hilfe von ehrenamtlichen Lotsen, durchführen.

Die Caritas ist für die persönliche Beratung der Flüchtlinge zuständig. "Sie schaut ganz genau hin, was die Menschen brauchen, ob diese etwa eine Begleitung zu den Behörden oder einen Sprachkurs benötigen", erklärt Reckmann die Vorgehensweise.

Die Sprachkenntnisse werden bereits beim ASG-Bildungsforum gefördert, das für die Bildung und Integration der Teilnehmer verantwortlich zeichnet. Angeboten werden unter anderem schon Integrationskurse und ein Sprachcafé. "Die Besucher sind dabei unglaublich motiviert, sie wollen wirklich gefördert werden", sagt Reckmann. Während im Sprachcafé zum Beispiel Alltagssituationen wie ein Arztbesuch gemeinsam geprobt werden, soll in einem neuen Begegnungscafé der intensive Austausch zwischen Düsseldorfern und Geflüchteten im Vordergrund stehen. Ehrenamtliche sollen sich dort - vorzugsweise in Deutsch - in kleinen Gruppen mit den Gästen unterhalten. Außerdem prüft die ASG die Einrichtung von Arabisch-Sprachkursen für Ehrenamtliche, da diese immer wieder danach fragen würden.

"Darüber hinaus sind auch alle anderen Angebote des Hauses wie beispielsweise die Eltern-Kind-Kurse für die Flüchtlinge geöffnet", sagt Reckmann. Zudem würde die Arbeit des Welcome Points auch nicht auf die eigenen Räume beschränkt bleiben. "Wir kooperieren unter anderem mit zehn weiteren Familienzentren." In einigen Wochen sollen feste Sprechzeiten eingeführt werden. "Zurzeit macht das wenig Sinn, denn in den Herbstferien starten wir einen großen Umzug, beziehen ein für das Familienzentrum neu gebautes Gebäude", erläutert Reckmann.

Danach soll der Welcome Point erst richtig loslegen. Seine Arbeit wird dabei von Studenten der Hochschule Düsseldorf beobachtet. In einem Projekt werden diese sich drei Jahre lang mit dem Zuzug von Flüchtlingen, und wie diese einen Stadtbezirk verändern, beschäftigen. Gefördert wird die Arbeit durch Gelder der Bezirksvertretungen 5 und 6. "Wir werden gemeinsam entwickeln, wie Flüchtlingsarbeit optimal ablaufen kann. Die Erkenntnisse sollen dann auf andere Stellen übertragen werden", sagt Reckmann.

Quelle: RP
 
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