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Rath
Eine feste Größe im Schützenbrauchtum

Rath. Fränzel Sweekhorst engagiert sich seit 60 Jahren für den Verein und hat auch viele andere Bürger zum Mitmachen überzeugt. Beim Rather Schützenfest traf er davon viele wieder und durfte bei der Parade mit der Kutsche fahren. Von Julia Brabeck

Fränzel Sweekhorst ist etwas verstimmt. "Ich bin gesundheitlich angeschlagen und da kann ich das Rather Schützenfest nicht voll genießen", sagt der 85-Jährige. Daheim bleiben ist für ihn aber keine Option: "Da würde mir einfach etwas fehlen. Das kommt erst in Frage, wenn ich im Grab liege." Schließlich gehört er seit sechs Jahrzehnten dem Schützenverein an. Ein besonderer Service erleichterte ihm gestern die Teilnahme am großen Festzug, dem Höhepunkt des Rather Schützenfestes. So durfte er es mit Frau Christa und anderen Senioren dem amtieren Regimentskönigspaar Ulrike und Peter Lüpertz gleichtun und in einer Kutsche durch die festlich geschmückten Straßen fahren.

Eine Neuerung, die beim Publikum gut ankam, war die musikalische Einrahmung der feierlichen Parade am Rather Broich vor dem Festplatz. Bevor dort acht Kutschen, 30 Pferde und mehr als 500 Schützen, darunter Mitglieder befreundeter Vereine wie die Rheinischen Jäger Unterrath und das Regiment Grafenberg, vorbeizogen, spielten zunächst die Düsseldorfer Stadttrompeter auf. Beendet wurde die Parade durch Musik vom Brass und Drums Corps der Rhine Guards Eller. Im Anschluss daran stand für Fränzel Schweekhorst noch ein besonderer Termin an. Zusammen mit anderen Schützen wurde er für die langjährige Vereinsmitgliedschaft ausgezeichnet, denn er gehört seit 60 Jahren zur Gesellschaft Wilhelm Tell, die wiederum ihr 90-jähriges Bestehen feiert. "Mein Vater gehörte zu den Gründungsmitgliedern und über ihn bin auch ich zu den Schützen gekommen."

Das war aber nicht die erste Ehrung, die Sweekhorst in seinem Schützenleben erhalten hat, denn er hat sich über viele Jahre im Verein ehrenamtlich engagiert. Unter anderem war er in der Gesellschaft Schießwart, Schriftführer, Vorsitzender und Hauptmann. "Die größte Freude hat mir die Arbeit als Jugendleiter des Regiments gemacht, da ich dabei den Nachwuchs für das Schützenwesen begeistern konnte." Viele seiner damaligen Zöglinge haben heute Posten im Vorstand des Regimentes inne. "Sorgen bereitet mir, dass es heutzutage immer weniger Nachwuchs gibt", sagt Schweekhorst. Da müsse dringend etwas passieren.

An den Schützen schätzt er den großen Zusammenhalt, den ehrenamtlichen Einsatz für andere. Mit seiner Begeisterung hat er auch seine Familie angesteckt. Seine Frau und die beiden Töchter sind Mitglieder bei der Damen-Schießsport-Gesellschaft. "Wir haben Zeit und Arbeit im Verein investiert, aber auch sehr viel zurückbekommen", sagt Christ Schweekhorst. Denn durch die Schützen konnten sie an vielen Festen, Bällen und Gesellschaften teilnehmen, zumal das Ehepaar einmal Regimentskönigspaar und fünfmal Kompaniekönigspaar war.

Quelle: RP
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