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Rath
Erst Königin, dann Braut

Rath: Erst Königin, dann Braut
Christina Gehlen hat sich für ihre Regentschaft an der Seite von Friedrich Neuhaus vier Kleider selber entworfen, die von einer Freundin genäht wurden. Ein Traum in Creme ist das Kleid für den großen Festumzug. FOTO: Anne Orthen
Rath. Der große Festzug war nur einer der vielen Höhepunkte für das junge Regimentskönigspaar Friedrich Neuhaus und Christina Gehlen. Von Julia Brabeck

Friedrich Neuhaus (28), genannt Freddy, und Christina Gehlen (30) sind das jüngste Regimentskönigspaar, das der Bürger-Schützenverein 1925 Rath jemals hatte. Neuhaus hatte sich ganz bewusst dafür entschieden, am Königsschießen teilzunehmen. "Tina und ich wollten dem immer noch vorhandenen Vorurteil entgegenwirken, dass man nur mit viel Regimentskönigspaar Geld werden kann", sagt der Rather. Dabei habe inzwischen jeder Verständnis dafür, dass der König beispielsweise nicht laufend Runden schmeißt. "Jeder kann heute das Amt selbst gestalten. Uns war es wichtig, dieses so auszuführen, dass wir noch Freude daran haben und diesen Spaß auch ausstrahlen und weitergeben können", sagt Tina Gehlen.

Dass sie wirklich Spaß an ihrer Aufgabe haben, durften die Gäste gestern beim großen Festzug mit anschließender Parade erleben. In einem cremefarbenen Kleid mit Spitze und Perlen konnte sich Tina dabei wie eine richtige Königin fühlen, als das Paar in einer Kutsche durch die Straßen von Rath chauffiert wurde. Und auch heute und morgen lohnt es sich, ein besonderes Auge auf die Festkleidung der Regimentskönigin zu werfen, denn sie hat diese selbst entworfen und von einer Freundin nähen lassen. "Das ist für mich ein Höhepunkt, nun alle vier Kleider anziehen zu können, denn dafür habe ich schon viel Zeit und Mühe investiert."

Für Neuhaus war ein Höhepunkt des gestrigen Tages, als Regimentskönig in das eigene Heim einzuziehen. Denn seit vielen Jahrzehnten ist es in Rath Brauch, dass der Schützenfestzug im Hinterhof von Neuhaus am Rather Kreuzweg eine Pause einlegt. "Diesmal konnte ich ausnahmsweise einmal selbst richtig Gast sein", sagt Freddy Neuhaus. Ihm ist es ein Anliegen, die Tradition des Schützenwesens zu erhalten. "Mir wurde diese schon in die Wiege gelegt. Ich bin als Kind im Kinderwagen beim Festzug mitgefahren, da meine Eltern und Großeltern schon im Verein aktiv waren."

Jetzt freuen sie, die sich im Schützenjahr verlobt haben, sich auf das Ausschießen des neuen Regimentskönigspaares heute ab 19 Uhr. "Wir hoffen, dass dabei gute Nachfolger ermittelt werden. Und dann freuen wir uns auf ein schönes Abschlussfeuerwerk am Dienstagabend. Aber eigentlich ist das ganze Fest ein einziger Höhepunkt für uns."

Sollte wieder ein Regimentskönig aus der Gesellschaft Helmut von Moltke ermittelt werden, darf dieser sich auf einen turbulenten Krönungsabend gefasst machen. "Obwohl für die Vorbereitung nur ein Tag Zeit ist, lassen sich die Mitglieder meiner Gesellschaft immer eine verrückte Überraschung einfallen." Für Christina und Freddy wurde ein altes Auto gekauft, das Dach abgesägt und so für die leidenschaftlichen Cabrio-Fahrer ein Gefährt geschaffen, mit dem die Beiden in das Zelt einzogen. "Das war ein toller Auftakt. Das zeichnet unseren Verein aus, dass viele Dinge sehr persönlich und liebevoll gestaltet werden", sagt Neuhaus.

Für das Regimentskönigspaar steht fest: "Wir würden so ein Jahr wieder mitmachen. Das ging leider wahnsinnig schnell vorbei. Wir haben viel erlebt, viel Spaß gehabt und viele nette Menschen kennengelernt und können jeden ermutigen, auch den Schritt zu wagen."

Quelle: RP
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