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Düsseldorf-Rath
Fahnenträger aus Leidenschaft

Düsseldorf-Rath: Fahnenträger aus Leidenschaft
Fahnenträger Kai-Uwe Riepenhausen und Patin Jutta Dahmen präsentieren die neue Rather Regimentsfahne. FOTO: Andreas Endermann
Rath. Beim großen Festzug präsentierten die Rather Schützen erstmals die neue Regimentsfahne der Öffentlichkeit. Von Julia Brabeck

Im November hat der Rather Bürger-Schützenverein 1925 einen neuen Vorstand gewählt, den nun Marlene Thyssen-Voss als 1. Chefin vorsteht. Da passt es, dass auch eine neue Regimentsfahne in Auftrag gegeben wurde. Der Stoff der 60 Jahre alten Fahne war marode geworden und konnte nicht mehr repariert werden. Deshalb wurde das Tuch auch in den letzten Jahren nur noch in einer Plastikschutzhülle präsentiert.

Die neue Fahne, die mehrere Tausend Euro gekostet hat, war zwar schon lange vor dem Schützenfest fertiggestellt worden, gezeigt und präsentiert werden durfte sie aber erst nach der Fahnenweihe, die am Samstagabend beim ökumenischen Festgottesdienst in der Kirche Zum Heiligen Kreuz feierlich erfolgte. "Für mich war es eine besondere Ehre, die neue Fahne dann beim großen Festzug am Sonntag der Öffentlichkeit zeigen zu dürfen", sagt Kai-Uwe Riepenhausen. Seit 1994 ist der 53-Jährige, der der Gesellschaft Tell angehört, der Fahnenträger des Regimentes. Dieses Amt hat er von seinem Vater Willi übernommen. "Inoffiziell habe ich aber schon mit 15 Jahren das erste Mal die Regimentsfahne getragen, wenn mein Vater abgelöst werden wollte." Für Riepenhausen stand deshalb früh fest, dass kein anderer Posten für ihn in Frage kommt.

Ihm gefällt auch die Position, die er als Regimentsfahnenträger im Festzug einnimmt. So zog Riepenhausen gestern traditionell an der Festzugspitze hinter dem Herold, der Gesellschaft Sappeurcorps Rath, dem Oberst und gleich drei Musikkapellen mit. "Ich habe also immer Musik um mich und dazu kann man besonders schön marschieren." Üben und viel beachten muss er für sein Amt nicht. Riepenhausen trägt die Flagge immer aufrecht, hat sie gestern auch nicht bei der Parade vor dem Schützenplatz am Rather Broich vor dem Königspaar Marcus und Katja Brisbois und den vielen Ehrengästen abgesenkt, wo das erlaubt gewesen wäre. "Die neue Fahne wiegt rund ein Drittel weniger, weil nun anderer Stoff und ein leichteres Holz für den Fahnenmast verwendet wurde. Da schmerzt die Schulter durch den Schultergurt nicht so schnell."

Gestern blieb es auch ziemlich windstill, was die Aufgabe erheblich erleichterte. Denn wenn der Wind sonst in das 1,50 mal 1,50 Meter große Tuch bläst, wird Riepenhausen schon einmal ordentlich durch die Gegend geweht. Hauptmotiv der Fahne ist das Vereinsmotiv mit einer Zielscheibe und Lorbeerblättern sowie dem Spruch "Der Heimat verbunden". Hinzu kommen noch der Bundesadler mit Landes- und Stadtwappen. Auf der Rückseite verdeutlichen sechs Symbole wie eine Maurerkelle und ein Amboss die zur Gründungszeit des Vereins vorherrschenden Industrien und Handwerke bzw. die Landwirtschaft in Rath.

Für Riepenhausen ist nach dem gestrigen Umzug aber nicht Feierabend, denn viele weitere Aufgaben warten an den beiden restlichen Schützenfesttagen auf ihn. Überall wo das gesamte Regiment präsentiert wird, etwa wenn der König daheim abgeholt wird oder beim Krönungsball, gehört die Fahne und ihr Träger dazu. Aber auch nach dem Schützenfest ist der Fahnenträger das Jahr über bei offiziellen Einsätzen des Regimentes im Einsatz. "Bei jeder Beerdigung eines Schützen etwa sollte zumindest mit der Kompagnie- und Regimentsfahne die letzte Ehre erwiesen werden." Die alte Fahne wird nun in einem speziellen Schrank im Schützenhaus aufbewahrt." Sie wird höchstens noch bei großen Festen wie das 100-jährige Bestehen des Vereins in Gebrauch genommen, denn sie ist zu empfindlich."

Quelle: RP
 
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