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Rath
Nachbarschaftliche Tausch-Treffs

Rath. Bürger können eine Givebox an der Westfalenstraße und eine Verschenkbörse im Familienzentrum nutzen. Von Julia Brabeck

Bereits seit Januar steht die erste Givebox in Rath und seitdem können Bürger in den bunten Stand an der Westfalenstraße Dinge hineinstellen, die sie nicht mehr brauchen, die aber durchaus für andere Menschen noch einen Wert haben könnten. "Ich habe hier schon schöne Sachen gefunden. Ein fast neues Kinderbuch, eine Kaffeetasse und eine Kerze waren dabei", sagt zum Beispiel Merve Özlan. Sie kommt mehrmals in der Woche an der Box vorbei und ist immer gespannt, was sich wohl diesmal hinter dem Vorhang verbergen mag. Denn die gestifteten Waren wechseln oft schnell ihren Besitzer. Nicht erlaubt sind allerdings Lebensmittel und auch Möbel.

"Wir haben schon beobachtet, dass innerhalb eines Tages der gesamte Bestand komplett ausgetauscht war", sagt Peter Edlinger. Er gehört zur Gruppe "Rath und Tat", die sich im Rahmen des Projektes Kooperation im Quartier (KIQ) gegründet hat und deren Mitglieder sozusagen die Paten der Box sind: "Längerfristig sollen aber die Nutzer selber für Ordnung und Sauberkeit sorgen."

"Bei der Idee der Givebox soll nicht eine Bedürftigkeit der Empfänger, sondern die Kommunikation im Vordergrund stehen. Und gleichzeitig werden auch noch Ressourcen geschont", sagt Dorothee Linneweber, Ansprechpartnerin bei KIQ.

Das sind auch die Ziele einer neuen Tauschbörse, die vom Rather Familienzentrum organisiert wird. "Wir weiten den Tauschgedanken aus, denn hier werden auch Hilfen getauscht", sagt Alexander Grunwald, zuständig für die Stadtteilarbeit im Familienzentrum. An einer Pinnwand können die Bürger ihre Wünsche oder ihre Angebote aushängen. Dort werden etwa ein Autodachgepäckträger für Fahrräder oder ein Couchtisch als Geschenke gemeldet und für zwei Kinder eine Leihoma gesucht. Auch Institutionen können dort ihren Bedarf anmelden. Für die Flüchtlingsunterkunft in Unterrath beispielsweise werden Handtücher, Koffer oder Babyausstattungen gesucht. "Die Dinge werden aber nicht bei uns im Zentrum abgegeben, sondern wir stellen den Kontakt zwischen Spender und Empfänger her", sagt Grunewald. Denn diese sollen sich bei der Übergabe kennenlernen. "Das fördert die Vernetzung im Stadtteil und hilft die Anonymität zu durchbrechen. Und gleichzeitig erfahren die Menschen, dass man auch ohne viel Geld Hilfe erhalten kann."

Jeden Freitag wird zudem im Familienzentrum am Rather Kreuzweg 43 noch ein Tauschtreff eingerichtet. In der Zeit von 9 bis 12 Uhr können vor Ort Dinge oder Hilfen angeboten oder nachgefragt werden. Dabei sollen die Besucher bei einer Tasse Kaffee ins Gespräch kommen können. Informationen gibt es unter Telefonnummer 0211 22973820.

Quelle: RP
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