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Rath
Rather ärgern sich über neue Bahnhaltestelle

Rath. Oberbürgermeister Geisel kam zum Stadtteil-Gespräche nach Rath. Die Bürger hatten Fragen zum Baugebiet an der Westfalenstraße, der neuen Haltestelle für die U71 und den Flughafen-Parkern. Von Julia Brabeck

Rund 110 Bürger nutzten gestern Abend die Gelegenheit, Oberbürgermeister Thomas Geisel persönlich Anregungen, Beschwerden und Wünsche vorzutragen. Dieser konnte sich bei seinem zehnten Stadtteil-Gespräch direkt einen Eindruck vom Zustand des Pfarrsaals von St. Josef verschaffen. Die Sanierung und Finanzierung des Saals aus dem 1970er Jahren, der von vielen Vereinen genutzt wird und in einen Bürgersaal umgewandelt werden soll, ist seit Jahren ein Thema.

Bereits beim Rundgang durch Rath, der dem Bürgergespräch vorausging, kam es zu einer lebhaften Diskussion um das Thema Wohnen. Geisel befürwortet, dass im hinteren Bereich des Baulandes an der Westfalenstraße, auf dem ein Investor 350 neue Wohnungen plant, auch sozialer Wohnungsbau entsteht, wie es das neue Handlungskonzept Wohnen auch vorschreibe. Das hatte die CDU- und die FDP-Fraktion in der Bezirksvertretung 6 bisher aber strikt abgelehnt und als Kompromiss für einen preisgedämpften Wohnungsbau plädiert, also frei auf dem Markt verfügbare Wohnungen mit festgelegter Höchstmiete. Die Lokalpolitiker möchten, dass die neuen Bewohner Kaufkraft bringen und eine Belebung und Aufwertung der Westfalenstraße herbeiführen. Geisel will dem nicht folgen. Er verwies darauf, dass rund 50 Prozent der Düsseldorfer, darunter auch Berufsgruppen wie Feuerwehrleute und Krankenschwestern, ein Anrecht auf eine Sozialwohnung hätten.

Viele Fragen gab es zur neuen Haltestelle für die U71. Diese soll an die Westfalenstraße verlegt werden und 60 Meter lang und drei Meter breit werden. Dafür müssen rund 30 Parkplätze wegfallen. "Warum gab es keine Bürgerbeteiligung bei den Planungen", fragte ein Anwohner und kündigte rechtliche Schritte an. Geisel wies darauf hin, dass die neuen Netze der Wehrhahnlinie noch überprüft werden und es noch gar nicht sicher sei, ob die U71 und die 701 künftig bis nach Rath fahren werden. Das könnte Einfluss auf den Bau der Haltestelle nehmen. "Mitglieder der Bezirksvertretung werden Gespräche mit der Rheinbahn führen, da wir die Hoffnung haben, für die Haltestelle doch noch einen besseren Standort zu finden", sagte Bezirksbürgermeister Ralf Thomas (SPD). Allerdings würde man nichts unternehmen, was die Verlängerung der 701 weiter verzögern würde. Geisel wiederum regte an, den Bau einer Quartiersgarage bei der Bebauung des ehemaligen Geländes der Firmen Sack und Kiesselbach und Paguag zu prüfen, um das Parkproblem zu lösen.

Ärger bereitet den Rathern, dass viele Autos von Fluggästen im Stadtteil abgestellt werden. "Das ist absolut nicht in Ordnung, und es kann nicht sein, dass jemand Geschäfte mit einem öffentlichen Parkraum macht", sagt Geisel. Was die Stadt dagegen aber unternehmen kann, die Antwort blieb er aber schuldig.

Nicht nur der ruhende, sondern auch der fließende Verkehr besorgt die Bürger. Befürchtet wird unter anderem, dass auf der Wahlerstraße die ohnehin schon chaotische Situation verschärft wird, wenn der Verkehr zur Theodorstraße durch den Bau der Möbelhäuser zunimmt. Außerdem wollten die Bürger erfahren, was die Stadt unternimmt, um mehr Schutz vor Bahnlärm zu erreichen. Geisel verwies hier auf die bestehende Bürgerinitiative und auf die Proteste des Städtetages, denen sich Düsseldorf angeschlossen habe.

Quelle: RP
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