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Rath
Schüler malen ihre Lehrer

Rath. Traditionell in den Sommerferien präsentiert das Rückert-Gymnasiums Kunstwerke in der Stadtbücherei Rath. Die Schau beeindruckt durch ihre Vielseitigkeit und erfährt regelmäßig große Aufmerksamkeit. Von Julia Brabeck

Seit 31 Jahren dürfen Schüler des Friedrich-Rückert-Gymnasiums immer in den Sommerferien in den Räumen der Stadtbücherei Rath an der Westfalenstraße all das zeigen, was im zurückliegenden Schuljahr im Kunstunterricht entstanden ist. "Damit ist das unsere älteste und treueste Kooperation", sagt die Büchereileiterin Barbara Philipps. "Obwohl sich die Themenstellungen wiederholen, bin ich jedes Jahr aufs Neue erstaunt, wie unterschiedlich die Aufgaben umgesetzt werden."

Gezeigt wird ein Querschnitt aus allen Stufen. Zu sehen sind Bleistiftzeichnungen, Drucke, Bilder mit Wasserfarben oder Acryl, Collagen, Reliefs, Architekturmodelle und Skulpturen. Viele Schüler sind notwendig, um die vielen Kunstwerke und Bilderrahmen durch den Stadtteil zur Bücherei zu tragen. Das Verfahren hat sich über die Jahre bewährt, geht der Transport doch so schneller und sicherer als mit dem Auto. Mehrere Stunden sind die Kunstlehrerinnen Barbara Mayerhöfer und Rena Scheiter anschließend damit beschäftigt, die Werke optimal und ansprechend zu platzieren.

Einen Bereich der Bücherei durfte Rena Scheiter allerdings in diesem Jahr zunächst nicht betreten. Die Lehrerin verlässt das Rather Gymnasium, und zu ihrer Würdigung haben Schüler ihr ein großes Kunstwerk gewidmet. Dafür wurde eine lange Tafel künstlerisch geschaffen, deren Stühle alle verschieden gestaltet, etwa mit Weltraum-, Comic- oder Düsseldorf-Motiven versehen, wurden. Das Geschirr und das Essbesteck wurde aus alten Buchseiten, Pappe und Leim gebastelt. "Die Teller und Tassen so herzustellen, war schon schwierig. Mir hat es aber Spaß gemacht, denn ich arbeite gerne kreativ und möchte später Innenarchitektur studieren", sagt Janina Schentek aus der 11. Jahrgangsstufe.

Viel Spaß hatte auch Stufenkamerad Julian Dobisch bei der Aufgabe, einen seiner Lehrer zu porträtieren. "Ich habe mir dafür meinen Sozialwissenschafts-Lehrer Markus Hanigk ausgesucht, weil ich ihn als Lehrer cool finde. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, zumal ich so etwas das erste Mal gemalt habe." Schwierig sei es gewesen, die Farben so ineinander überlaufen zu lassen, dass keine Pinselstriche zu erkennen seien und das Porträt nicht flächig, sondern plastisch wirkt.

Die Ausstellung des Gymnasiums erhält immer viel Aufmerksamkeit von den Besuchern der Bücherei, von denen einige selbst Schüler des Gymnasiums waren. "Einige Kunden fragen schon vorher, ob es wieder die Schau geben wird", sagt Philipps. Obwohl es in der Schule selbst Möglichkeiten gibt, Kunstwerke zu zeigen, dort regelmäßig die Ergebnisse aus dem Kunstunterricht präsentiert werden, nimmt Mayerhöfer, die selber als Künstlerin arbeitet, die zusätzliche Arbeit für die Jahresschau gerne auf sich. "Wir bringen damit den Werken der Schüler eine Wertschätzung entgegen. Das ist mir sehr wichtig", sagt Mayerhöfer. Vor 25 Jahren hat sie die Organisation der Schau übernommen und wird dabei seit vielen Jahren von ihrer Kollegin Rena Scheiter unterstützt. "Ich hoffe, dass es diese tolle Schau noch häufig geben wird, denn sie lockt viele Besucher in unsere Räume", sagt Philipps.

Quelle: RP
 
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