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Rath
Studenten planen Wohnen im Bunker

Rath. In ihren Semesterarbeiten haben Studenten Konzepte für Wohnheime in Rath erarbeitet. Von Julia Brabeck

Die Umwandlung von alten Bunkern in Wohngebäude ist nicht unproblematisch. Das zeigt sich gerade in Heerdt, wo beim Projekt "Papillon" unter anderem die aufwendigen Arbeiten zur Schaffung von Fensteröffnungen in der dicken Bunkerwand dafür gesorgt haben, dass die Kosten aus dem Ruder liefen. Das dies auch anders gehen kann, wollen Studenten der Hochschule zeigen. Sie haben mit Semesterarbeiten Konzepte entwickelt, wie die beiden alten Bunker an der Münsterstraße und am Rather Kreuzweg in Rath für studentisches Wohnen genutzt werden könnten.

"Die Studenten haben keine Kostenberechnungen angestellt, aber bei ihren Entwürfen darauf geachtet, dass diese auch realistisch und keine Traumgespinste sind", sagt die Lehrbeauftragte Stephanie Paas. Deshalb wird bei den Plänen vielfach vermieden, die dicken Bunkerwände zu verändern. Bei dem Entwurf von Celina Büttgen beispielsweise wird der Bunker als Sporthalle umgenutzt. Die Wohnungen für die Studenten richtet Büttgen in Neubauten rund um den Bunker ein.

Entstanden sind die Semesterarbeiten im Rahmen des Pilotprojektes "LUST" (lebenswerte und umweltgerechte Stadt). Dabei handelt es sich um eine Forschungsarbeit der Hochschule Düsseldorf, an der die Fachbereiche Architektur, Maschinenbau und Verfahrenstechnik sowie Kultur- und Sozialwissenschaften beteiligt sind. Neben der Schaffung von Wohnraum ging es bei dem Projekt auch darum, städtebaulich, gesellschaftlich und energetisch einen Mehrwert für den Stadtteil schaffen.

"Es ging also nicht darum, ein trendiges, aber isoliertes Wohnheim zu planen, sondern etwas, von dem der Stadtteil auch etwas hat", sagt die Lehrbeauftragte Friederike Waldow. Deshalb wurden auch öffentliche Einrichtungen in die Pläne wie eine Markthalle, ein Open-Air-Kino oder eine Kulturbühne integriert. Die Maschinenbauer wiederum haben eine umweltgerechte Energieversorgung für die Häuser geplant. "Studenten wohnen in der Regel ja nicht lange an einem Ort. Sie nehmen dann die positiven Erfahrungen mit alternativen Energienutzungen mit."

Die Konzepte der Studenten können auf andere Standorte übertragen werden, sind größtenteils ohne einen Bunker als Mittelpunkt umsetzbar. Allerdings ist Rath durch die Nähe zum neuen Hochschulgelände und die gute Anbindung über den ÖPNV und Radwege durchaus als ein Standort für studentisches Wohnen geeignet. Daher wird nicht weit vom Bunker am Rather Kreuzweg in den nächsten Monaten ein Studentenwohnheim realisiert. Ein Investor baut das Ex-Kloster um.

"In Rath wird sich die nächsten Jahre viel verändern. Die Arbeiten der Studenten ermuntern auch andere Bürger, kreativ darüber nachzudenken, wie Rath in 15 Jahren aussehen könnte. Je mehr Ideen es gibt, umso positiver kann sich der Stadtteil entwickeln", sagt Heiner Coenen vom Rather Familienzentrum. Er ist der Initiator der Rather Kulturwoche, bei der die Arbeiten der Studenten in den nächsten Tagen ausgestellt werden. Zu sehen sind diese bis zum 17. September bei Möbel Kienen an der Westfalenstraße 12 - 14.

Quelle: RP
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