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Reisholz
Dreimal so hoch wie die Berliner Mauer

Reisholz: Dreimal so hoch wie die Berliner Mauer
FOTO: ERHARD HEHL
Reisholz. In der Bezirksvertretung 9 hat die Deutsche Bahn Pläne für den Umbau der Gleisanlagen für den Schnellzug RRX vorgestellt. Entlang der Further Straße plant sie eine zwölf Meter hohe Mauer. Stadt und Politik fordern die Tieferlegung. Von Andrea Röhrig

Beim Anblick der Animation stockte den Mitgliedern der Bezirksvertretung (BV) 9 schier der Atem: Sie zeigte die Further Straße in Richtung Schönenkamp. Alle Parkplätze an der linken Seite sind verschwunden, daneben türmt sich eine zwölf Meter hohe Mauer auf. Nach den Planungen der Deutschen Bahn (DB) soll das monumentale Bauwerk die Bahnanlage mit einem Zusatzgleis für den RRX von der Wohnbebauung abtrennen. Allerdings dienen nur die beiden letzten Höhen-Meter für den Schallschutz. Zum Vergleich: Die Berliner Mauer war nur 3,60 Meter hoch.

Weil Udo Skalnik von der SPD-Fraktion in der BV 9 durch die Worte "Bau eines Überführungsbauwerks" aufgeschreckt war, hatten die Planer der DB Netz das Projekt in der Sitzung der BV 9 am Freitagnachmittag vorgestellt. Aus den Reihen der Bezirksvertreter fielen Sätze wie "das Bauwerk erschlägt einen total" über "der Anblick hat mir die Sprache verschlagen" bis zu "das würde den Anwohnern das Lebenslicht nehmen".

Wie auf der linken Animation stellt sich die heutige Situation an der Further Straße dar, in dem rechten Schaubild sind die Lärmschutzmauern zu sehen. FOTO: Deutsche Bahn

Doch noch gibt es einen Hoffnungsschimmer, dass nicht entlang der Further Straße - von der Henkelstraße bis etwa zur Hälfte zur Straße Am Schönenkamp - diese riesige Mauer gebaut wird, sondern das zusätzlich benötigte Gleis für den RRX statt als Hochbahntrasse unter den anderen Gleisen geführt wird. Warum die Bahn das nicht jetzt schon so plant: Diese Lösung wäre viel teurer. Geprüft hat sie, das erforderliche Zusatzgleis an die andere Seite der Gleisanlage zu bauen. Doch dafür müssten ganze Betriebe umgesiedelt werden.

Die Bahn arbeitet mit der Stadt in einem Lenkungskreis, in dem auch Klaus Lorenz vom Büro des Oberbürgermeisters sitzt. Der Arbeitskreis soll dazu dienen, dass die Planungen für den Schnellzug nicht zum Stocken kommen, etwa durch Rechtsstreitigkeiten. Doch damit Bürger erst gar nicht den Klageweg wählten, seien Nachbesserungen bei den Planungen Pflicht, sagte Lorenz in der BV-Sitzung. Er habe deshalb "mehr als Hoffnungen", dass die Bahn bei der Abwägung zwischen alternativen Hochbahntrasse oder Tieferlegung noch umschwenke. Unter anderem arbeitet die Stadt auch deswegen so eng mit der Bahn zusammen, weil diese hofft, den RRX-Haltepunkt in Benrath doch noch möglich zu machen.

Diese Animation der zwölf Meter hohen Mauer an der Further Straße -hier in Richtung Schönenkamp - zeigten die Bahn-Vertreter in der Sitzung der Bezirksvertretung 9. Der Anblick verschlug den Bezirkspolitikern die Sprache.

Bis Juli soll diese Prüfung dauern, berichtete Stefan Niedfeld von der DB Netz AG. Hintergrund sind auch hier die Kosten. Deshalb hat die Bahn auch die Planung für die Umbaumaßnahmen zwischen Hellerhof und Reisholz noch nicht explizit angegangen. Fest steht da bislang schon, dass die Eisenbahnüberführungen Henkelstraße und Bamberger Straße umgebaut werden müssen. Keine Probleme gibt es laut Katharina Legge von der DB Netz an der Forststraße. Wenn dort das neue Gleis für den RRX kommt, tangiert das nicht den Neubau der Firma Terex: Das passe geradeso. Für den Bereich zwischen Hellerhof und Forststraße plant die Bahn keine Schallschutzwand. Dort reicht der jetzige Lärmschutz aus. Das zusätzliche Gleis führt dazu, dass der S-Bahnhof Reisholz neu gebaut wird. Der Zugang erfolgt über die Henkelstraße; der Haltepunkt soll einen barrierefreien Bahnsteig mit Aufzug bekommen. Während die Umbauarbeiten in diesem Teilstück gravierend sind, geht es von da aus bis zum Hauptbahnhof laut Bahn mit "relativ überschaubaren Umbau-Maßnahmen für den RRX".

Ob und wie eine zwölf Meter hohe Wand entlang der Further Straße gestaltet werden könnte, würde erst ein Thema im Planfeststellungsverfahren. Dann würden Anwohner und die Mitglieder der BV 9 einbezogen werden, heißt es. So weit ist die Bahn für dieses Teilstück noch nicht. Dass es so weit erst gar nicht kommt, hofft die Stadtteilpolitik.

Quelle: RP
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