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Reisholz
Karnevalsaktion von "Hafenalarm"?

Reisholz: Karnevalsaktion von "Hafenalarm"?
Zuletzt demonstrierten die Gegner des Umbaus vom Reisholzer Hafen zu einem Containerumschlagplatz im September. FOTO: günter von ameln
Reisholz. Mitglieder diskutierten, ob sie ihren Protest gegen den Hafenausbau in den Karneval tragen sollen. Von Beate Gostincar-Walther

An satirischen Ideen zum Thema Revitalisierung des Reisholzer Hafens mangelt es der Bürgerinitiative "Hafenalarm" nicht. So debattierten vorgestern Abend im Pfarrsaal von St. Hubertus in Itter - wenn auch ohne Ergebnis - rund zwanzig Aktive, ob im nächsten Jahr eine karnevalistische Aktion der Initiative bei den Veedelszügen sinnvoll und machbar sei.

Gründe dafür böten laut Bürgerinitiative Intransparenz und mangelnde Kommunikation bei Politikern und Vertretern der Verwaltung, die "Hafenalarm" zu schaffen machen würden. Das Verkehrsgutachten, das anlässlich der Revitalisierung des Reisholzer Hafens in Auftrag gegeben wurde, steckt zum Beispiel fest.

Warum, das sei allen Anwesenden ein Fragezeichen. "Es sollte im Mai 2014 fertig sein, nach dem Machtwechsel im Rathaus war lange nichts zu hören, nun heißt es 2016 sei es fertig", erklärte Volker Götz. "Unser Stand, dass der Hafen im Entwurf für den Landesentwicklungsplan nicht ausgewiesen ist, hat sich bereits verändert", meinte Götz weiter. Von offizieller Seite erzähle man ständig es sei noch nichts passiert, doch das Gegenteil sei laut Initiative der Fall.

Ein Forum im Oktober, veranstaltet vom Logistikregion Rheinland, das Güterwege und Flächenbedarf zum Thema machte, enttäuschte abermals die Vertreter von Hafenalarm. "Der Reisholzer Hafen wurde nicht angesprochen, das war nicht der richtige Rahmen", berichtete Ursula Wietz ihren Mitstreitern.

"Die Strategie ist es, Fakten zu schaffen", resümierte Wolfgang Schneider die Sprachlosigkeit. Er wartet nach seinen Anfragen beim Planungsamt und der Bezirksregierung nach wie vor vergeblich auf Antworten. Die Versammelten befürchten, dass die Pläne zum Reisholzer Hafen irgendwann soweit fortgeschritten seien, dass es kein Zurück mehr gäbe, und ihnen als Gegner nur der Klageweg bliebe.

Trotz allem Frust über die von der Bürgerinitiative bemängelten kommunikativen Mauern sucht "Hafenalarm" weiterhin aktiv nach Verbündeten.

Wolfgang Schöll war im Oktober zum Thema "Mobilität und Gütertransport" bei einer Tagung von "Attack" in Hannover dabei. Die Kontakte, die er dort knüpfte, stimmten ihn mit Blick auf gemeinsame Aktionen mit der Düsseldorfer Attack-Gruppe optimistisch.

Die letzte größere Aktion der Bürgerinitiative war eine Demonstration im September. Mit rund 100 Teilnehmern simulierte sie einen Containerzug, der seinen Weg vom Reisholzer Hafen über die Bonner Straße bis zum Kamper Acker nahm, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen rund um die Bonner Straße sorgte.

Quelle: RP
 
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