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Reisholz
Staatssekretär besucht Moschee-Neubau

Reisholz: Staatssekretär besucht Moschee-Neubau
Beeindruckend ist der Blick nach oben in die Kuppel in der Moschee, die derzeit an der Nürnberger Straße entsteht. Staatssekretär Torsten Kluth (l). und Abdelaaziz Fachrou, Vorstandsvorsitzender des Vereins Masjid Assalam, blicken gemeinsam gen Himmel. FOTO: Staschik, Olaf (ola)
Reisholz. Bei der Gemeinde von Masjid Assalam an der Nürnberger Straße startete gestern die landesweite Dialog-Tour der Landesregierung. Von Andrea Röhrig

Sehnsüchtig haben die Mitglieder des marokkanischen Vereins "Masjid Assalam" dem Ramadan entgegengefiebert. Nicht nur, weil der Fastenmonat ein wichtiger Bestandteil der muslimischen Religion ist, sondern weil dann die Spendenbereitschaft unter den Gläubigen größer ist als sonst. Denn dem Verein fehlen noch rund 3,1 Millionen Euro, um das Großprojekt an der Nürnberger Straße zu vollenden.

Dort baut der Verein seit 2013 eine Moschee mit angeschlossenem Begegnungszentrum. Für gestern hatte sich zum Start der landesweiten "Dialog-Tour" des Ministeriums für Arbeit Integration und Soziales durch nordrhein-westfälische Moscheegemeinden Staatssekretär Thorsten Klute angemeldet, der sich sichtlich beeindruckt zeigte. Zum einem von dem Neubauvorhaben, zum anderen aber auch von dem, was der Verein alles schon für den Dialog sowohl in der direkten Nachbarschaft als auch stadtweit leistet.

Das Projekt finanziert sich ausschließlich aus Spenden, doch da einige zugesagte Geldgaben ausblieben, verzögert sich der Weiterbau. Doch Abdelaaziz Fachrou, Vorstandsvorsitzender des Vereins, ist zuversichtlich, dass die Fertigstellung im kommenden Jahr erfolgen kann. Wer im Rohbau der Moschee steht, ist beeindruckt von der Größe. Im unteren Teil, der künftig den Männern beim Gebet vorbehalten ist, haben 600 Gläubige Platz, auf der Empore im Frauenbereich 300.

Das ist auch bitter nötig, platzt die Gemeinde in ihren alten Räumen gleich neben dem Neubau aus allen Nähten: In den früheren Jahren stellte sie einen Raum zur Verfügung, in dem sich im Ramadan die Gläubigen zum Fastentreffen nach Sonnenuntergang zusammen finden, inzwischen sind es drei Räume. Fachrou: "Es finden viele Flüchtlinge muslimischen Glaubens zu uns." Die Gemeinde arbeitet eng beim Runden Tisch der Ehrenamtler für die Flüchtlingshilfe mit. Zum einen bietet sie Asylbewerbern die Möglichkeit, dort ihrer Religion nachzugehen: Zudem helfen Mitglieder aber auch ganz praktisch, wenn etwa ein Übersetzer benötigt wird.

Regelmäßig seit mehreren Jahren öffnet der Verein, der sich 1993 in Düsseldorf gründet, am Tag der offenen Moschee am 3. Oktober auch seine Türen und lädt zum Dialog. Da liegt es dann auf der Hand, dass der Einladung des Vereins beim Besuch des Staatssekretärs dabei zu sein, viele Folge leisten: angefangen von Dirk Sauerborn, Ansprechpartner bei der Polizei für interkulturelle Angelegenheiten, der den verhinderten Polizeipräsidenten Norbert Wesseler vertrat, über den Pfarrer der evangelischen Gemeinde in Benrath, Florian Specht, über Bürgermeister Friedrich G. Conzen, der städtischen Flüchtlingsbeauftragten Miriam Koch bis zu Wilfried Johnen, Geschäftsführer des NRW-Zentralrats der Juden.

Ein Konvolut an Menschen mit unterschiedlichstem Hintergrund. Sie haben eines gemeinsam, was sie 63 Prozent der Bevölkerung in NRW voraus haben: Sie stehen im Kontakt mit Muslimen. Aus dieser Zahl lässt sich auch ableiten, warum 57 Prozent aller Menschen in NRW mit einem Unbehagen auf den Islam schauen: weil sie ihn nicht kennen. Vereine wie Masjid Assalam schaffen da Abhilfe.

Quelle: RP
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