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Stadtmitte
Anwohner kämpfen für Einbahnstraße

Stadtmitte: Anwohner kämpfen für Einbahnstraße
Die Anwohner( v.l.) Peter Witt, Iris Zogel und Michael Werneburg wollen eine neue Verkehrsregelung. FOTO: Anne Orthen
Stadtmitte. An der Wielandstraße ist es zu laut: Viele Autofahrer, die von der Toulouser Allee kommen, nutzen die Straße als Schleichweg. Die Anwohner wünschen sich eine Einbahnstraße und haben sich mehrfach an die Politik gewandt. Von Laura Ihme

Peter Witt wohnt an der Wielandstraße. Genauer gesagt auf dem Stück zwischen Adler- und Schirmerstraße. 2009 ist er dorthin gezogen. "Damals war es relativ ruhig. Es gab zwar Verkehr auf der Straße, aber das ging schon", sagt er. Kurz danach ging es jedoch los: Nach dem Bau der Toulouser Allee wurde es immer voller auf der Straße, Autos in beide Richtungen nutzten die Wielandstraße als Verbindung zu der neuen Allee, es wurde laut. Bis an der Ecke Wieland- und Adlerstraße gebaut wurde: Dann wurde das kleine Teilstück zur Einbahnstraße - es wurde wieder ruhiger. Diese Ruhe würden Witt und seine Nachbarn gerne erhalten und haben die Politik gebeten, die Einbahnstraße dauerhaft in Richtung Schirmerstraße einzurichten.

Mit diesem Anliegen beschäftigte sich jetzt der Anregungs- und Beschwerdeausschuss im Rathaus. Peter Witt und seine Nachbarin Iris Zogel waren gekommen, um zu erklären, wieso die Einbahnstraße so wichtig ist. "Seit anderthalb Monaten darf wieder in beide Richtungen gefahren werden und seitdem ist es wieder viel lauter", sagt Zogel. Plus: Die Einbahnstraßenregelung verbesserte auch die Parkplatzsituation, weil dadurch 14 Schrägparkplätze entstanden sind. Vorher war nur Platz für sieben Autos.

Dass die Wielandstraße zwischen Adler- und Schirmerstraße so voll ist, hat zwei Gründe: Von der Adlerstraße können Autofahrer, die links in die Toulouser Allee abbiegen wollen, nur über die Wielandstraße dorthin gelangen. Wer hingegen von der Toulouser Allee kommt, spart sich den Knotenpunkt Am Wehrhahn/Worringer Straße, der vor allem während des Berufsverkehrs oft verstopft ist. Zumindest das zweite Problem könnte mit der Einbahnstraßenregelung gelöst werden, glauben die Anwohner.

Das zuständige Amt für Verkehrsmanagement sieht das anders: Zwar sei anzunehmen, dass durch den Bau der Toulouser Allee der Verkehr an der Stelle zugenommen habe, erklärte Verkehrsplaner Thomas Großheinrich im Ausschuss. Würde man die Wielandstraße jedoch wieder zur Einbahnstraße machen, würde die Belastung an den anderen Straßen rundherum größer. "Und auch die Anwohner der Wielandstraße müssten selbst ständig um den Pudding fahren", sagt er.

Die Politik ist sich nicht einig in der Sache: Bereits 2016 beschäftigte sich damit die Bezirksvertretung 1. Auf Anregung der Bürger hatte die SPD beantragt, die Einbahnstraße dauerhaft einzurichten. SPD, Grüne und Linke sprachen sich dafür aus. CDU und FDP waren dagegen. Und weil ein SPD-Mitglied fehlte, kam es bei der Abstimmung zum Patt - der Antrag wurde abgelehnt. Mit dem neuen Antrag im Ausschuss erhofften sich die Bürger nun eine Entscheidung.

Doch auch diesmal waren sich die Politiker uneins. Dass die Situation für die Anwohner nicht hinnehmbar ist, fand auch Christian Rütz (CDU). Er glaubt, die Verlängerung der Toulouser Allee Richtung Worringer Straße könnte Entlastung bringen - doch wann die kommt, ist nicht klar. Letztlich verwies der Ausschuss wieder an die Bezirksvertretung. Sie soll sich nochmals mit dem Thema beschäftigen. Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner (SPD) glaubt, dass es dann eine Mehrheit geben könnte. Iris Zogel und Peter Witt sind dennoch unzufrieden: Sie haben das Gefühl, ihr Anliegen wird von einer zur anderen Stelle verwiesen.

Quelle: RP
 
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