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Stadtmitte
Gemäuer wird zu modernen Lofts

Stadtmitte: Gemäuer wird zu modernen Lofts
Das alte Fabrikgebäude wird in moderne Stadthäuser mit Tiefgarage verwandelt. FOTO: Planungsbüro Michael Heck
Stadtmitte. Der Charme der seit Jahrzehnten leerstehenden Lampenfabrik an der Klosterstraße 140 soll aber erhalten bleiben. Abgerissen werden dagegen die benachbarten Gebäude, um mehr Platz für die neuen "Klosterhöfe" zu schaffen. Von Semiha Ünlü

Der Hinterhof an der Klosterstraße 140 könnte die Kulisse für einen dieser Filme sein, in denen sich der Hauptdarsteller erfolgreich vor der Polizei versteckt. Oder sogar für einen Spukhaus-Film. Denn in den vergangenen Jahrzehnten scheint kaum jemand den Hof mit einem Backstein-Gebäude von circa 1896 betreten zu haben, obwohl das Areal unweit des Hauptbahnhofs liegt: Äste haben sich ihren Weg durch die Rundbögenfenster gebahnt, die Fassade ist heruntergekommen. "Es ist unglaublich, was mit einem Haus passiert, wenn man es 30, 40 Jahre sich selbst überlässt. Das Areal wirkt wie eine verwunschene Welt hinter Mauern, wie im Schneewittchen-Schlaf", sagt Josef Rick, Geschäftsführer des Immobilienentwicklers Schäper und Rick GmbH.

Das soll sich jetzt ändern. Unter dem Namen "Klosterhöfe" soll die alte Lampenfabrik mit ihren Werkstätten in moderne Lofts beziehungsweise Stadthäuser verwandelt werden. "Das ist ein sehr individuelles Gebäude, und diesen Charme der alten Werkstätten mit den hohen Decken und Rundbögenfenstern wollen wir deswegen unbedingt erhalten", sagt Rick. Die Lofts sollen auch mit Balkonen ausgestattet werden, im Hof Gärten und unter dem Gebäude eine Tiefgarage entstehen. Neben den Mietwohnungen könnte sich der Geschäftsführer auch Künstlerateliers vorstellen.

Rund zehn Millionen Euro werden nach Angaben von Josef Rick in das Projekt "Klosterhöfe" investiert, im Zuge der Arbeiten auch die benachbarten Gebäudetrakte, darunter das, in dem früher die Autovermietung Katzur und Faltermaier samt eigener Tankstelle untergebracht war, abgerissen werden. Der Hinterhof-Charme soll aber erhalten werden, allerdings dann hinter einer deutlich höheren, da siebeneinhalbgeschossigen Frontbebauung.

Der Hinterhof an der Klosterstraße 140 wirkt noch immer wie im Schneewittchen-Schlaf. Tatsächlich hat unter der Erde aber schon die Weiterentwicklung des Areals begonnen. Arbeiter haben damit angefangen, das Areal zu unterkellern. Erst nach Abschluss der Arbeiten - wenn die Standsicherheit also gewährleistet ist - könne man mit dem Gebäude-Abriss beginnen, sagt Josef Rick.

Insgesamt sollen 30 Wohneinheiten entstehen, darunter sechs anderthalbgeschossige Stadthäuser beziehungsweise Lofts.

Quelle: RP
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