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Stadtmitte
Singen ist gut für die Gesundheit

Stadtmitte. Irgendwie hatten es die Senioren geahnt: Nach jeder Chorprobe gehen sie beschwingt nach Hause, die Sorgen haben sie hinter sich gelassen. Das Gehirn ist gut durchblutet, man ist energiegeladen, fühlt sich einfach besser. "Singen ist wie eine Therapie. Regelmäßiges Singen ist so gesund, dass es eigentlich ärztlich verordnet werden müsste", meint Christine Ullmann, die bei der Bürgerstiftung für den Seniorenchor "Die Spätzünder" verantwortlich ist. Von Tino Hermanns

Kein Wunder also, dass im Rahmen des stadtweiten Veranstaltungsprogramms "Gesundheit in der Stadt" auch zu einem offenen Singen eingeladen wurde. Gut 80 meist ältere Düsseldorfer kamen ins Stadtmuseum und starteten die musikalische "Selbsttherapie" mit einem flotten Kanon. Dann allerdings kamen sie aus dem Staunen nicht mehr heraus: Ullmann hatte wissenschaftliche Belege für den positiven Einfluss des Singens auf die Gesundheit gesammelt. "Regelmäßiges Singen stärkt das Herz, kurbelt die Darmaktivität an, bringt den Kreislauf in Schwung, reguliert den Blutdruck und erhöht die Sauerstoffsättigung im Blut", erläutert Ullmann. "Und gut für das Gehirn ist es auch. Man muss sich ja ständig neue Texte und Melodien merken." Das sind nur einige der rein körperlichen Auswirkungen des Singens. Psychologisch gesehen baut Singen Aggressionen ab, vertreibt Ärger und Stresssymptome, löst Verspannungen und hebt die Stimmung. Wer im Chor singt, hat auch regelmäßig soziale Kontakte, was wiederum einer möglichen Vereinsamung im Alter entgegenarbeitet.

Das alles und noch einiges mehr hat Professorin Gertraud Berka-Schmid herausgefunden. Die medizinische Wirkung des Singens ist in "medizin populär", Österreichs führendem Gesundheitsmagazin veröffentlicht. "Es ist es egal, ob man alleine unter der Dusche singt, oder zu zweit oder regelmäßig gemeinsam bei Chorproben. Es ist auch egal, ob man richtig oder falsch singt. Hauptsache man singt", erläutert Ullmann.

"Das ist ja irre, das haben wir nicht gewusst", so die Reaktionen der "Spätzünder". Aber geahnt hatten sie es. Und so therapierten sie sich im Stadtmuseum noch etwas selbst, taten etwas für ihre Gesundheit und Lebensqualität, indem sie mit klaren Stimmen sangen.

Quelle: RP
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