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Stockum
Mehr Lärmschutz an der Danziger Straße

Stockum. Von den Neubauplänen auf dem knapp 40.000 Quadratmeter großen Areal der Fashion-Häuser könnten auch andere Anlieger profitieren. Auf Besserung hoffen die schon seit vielen Jahren. Von Stefanie Geilhausen und Nicole Kampe

Auf der 40.000 Quadratmeter großen Fläche der Fashion-Häuser will ein Berliner Investor ein Wohnviertel entstehen lassen. Ein Workshopverfahren zur Gestaltung wird es geben. Festgelegt ist noch nicht viel, eine Idee ist, im neuen Quartier einen zwölfstöckigen Wohnturm zu bauen. "Um den erheblichen Verkehrslärm der Danziger Straße effektiv einzudämmen, sind im Westen entlang der Danziger Straße geschlossene Lärmschutzbebauungen in ausreichender Dimensionierung vorgesehen." Mit diesem Satz aus der Verwaltungsvorlage hat die Stadt die Aufmerksamkeit anderer Anlieger der Danziger Straße gewonnen. Postalisch gesehen wohnen Cornelia Münch und Dorothea Weidenmüller seit Jahren an der Meineckestraße, in einem in den 1950er Jahren gebauten Doppelhochhaus. Als Dorothea Weidenmüllers Vater dort 1957 die Wohnung kaufte, existierte die Danziger noch gar nicht, und als Cornelia Münch 20 Jahre später einzog, war die Schnellstraße zwar schon 13 Jahre alt, aber "längst nicht so stark befahren".

Inzwischen wird der Reiz ihrer Wohnungen deutlich getrübt. Durch den Verkehrslärm, der seit der Anbindung der B8n an die Danziger Straße mehr geworden ist. Zwar haben alle Eigentümer teure Schallschutzfenster eingebaut. Bloß öffnen, sagt Cornelia Münch, möchte man die doch auch mal gern. Ihre Forderungen nach Lärmschutz blieben ungehört. Weil an der Danziger Straße kaum Menschen wohnten, habe sie keine Priorität, hieß es von der Stadt. Dabei sei die Zahl der Anlieger gewachsen, sagt Jürgen Milbradt, Vorsitzender der Eigentümergemeinschaft. "Die ehemaligen Offiziershäuser in der Engländersiedlung sind modernisiert und verkauft worden - und auch vom Straßenlärm betroffen."

Nachdem die RP 2010 über das Dilemma berichtet hatte, besuchte CDU-Politiker Olaf Lehne die Eigentümer, versprach, sich für sie einzusetzen. "Passiert ist nichts", sagen Dorothea Weidenmüller und Cornelia Münch.

Gabriele Köhler vom Eigentümerbeirat besuchte vor einigen Tagen Lehne, "offenbar hatte er das Versprechen vergessen", sagt Köhler. Auf die Agenda habe er sich das Thema noch mal genommen, wolle etwas unternehmen. "Wir bezweifeln aber, dass sich etwas ändert." Wenigstens Flüsterasphalt und ein Tempolimit in der Nacht wünscht sich Köhler, "damit wäre uns schon geholfen".

Quelle: RP
 
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