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Stockum
Schützen wollen mehr Bürger begeistern

Stockum. Die St. Sebastianer von Stockum haben zwei neue Chefs. Diese wollen das Schützenwesen bekannter machen und setzten dabei unter anderem auf soziale Medien. Von Julia Brabeck

Ihren Wohnsitz haben sie nicht in Stockum, aber dem dortigen Schützenwesen sind Markus Stephan und Hans-Dieter Justenhoven seit Jahrzehnten verbunden. Deshalb haben beide auch nicht lange gezögert als im Februar dringend neue Kandidaten für den Posten des Schützenchefs und seines Vertreters gesucht wurden. "Unser Hauptanliegen ist es, das Interesse am Verein im Stadtteil und darüber hinaus neu zu wecken", sagt Justenhoven.

Direkte Nachwuchsprobleme hat der Verein, dem sechs Kompanien mit insgesamt 102 aktiven Mitgliedern angeschlossen sind, eigentlich nicht. "Wir haben im Verhältnis zu anderen Vereinen eine große und aktive Jugend, die bereit ist Verantwortung zu übernehmen", sagt Stephan. Aber insgesamt möchte der Verein, der erst 1952 gegründet wurde, wachsen und macht deshalb aktive Nachwuchswerbung.

Angedacht ist, den Kontakt zu den Schulen zu stärken, etwa dort ein Malwettbewerb zum Thema Schützenfest auszuloben oder wieder ein Pagencorps aufzubauen. Die sozialen Medien werden jetzt schon verstärkt genutzt, um junge und neue Menschen zu erreichen. "Darüber können wir sehr gut Informationen aber auch Stimmungen verbreiten und sind inzwischen sehr gut vernetzt", sagt Stephan.

Außerdem wollen die beiden Chefs auch neue Wege beschreiten und Ideen ausprobieren. Beim Festumzug am Sonntag wird eine Gruppe junger Erwachsener aus der Kirchengemeinde Heilige Familie mitziehen. "Sie können dann das Fest von unserer Seite aus miterleben und vielleicht haben sie ja später Interesse an unserem Verein", sagt der erste Chef Markus Stephan. Für die Besucher soll zudem der Umzug interessanter gestaltet werden. Für die Moderation der Parade konnte André Scheidt gewonnen werden, der unter anderem bekannt ist als Stadionsprecher der DEG und von Fortuna Düsseldorf. Scheidt wird viel zu tun haben, denn gleich vier der sechs Stockumer Kompanien feiern in diesem Jahr ein Jubiläum und werden deshalb durch befreundete Gesellschaften beim Festumzug verstärkt. Traditionell ziehen aber auch immer Regimenter aus anderen Stadtteilen wie Unterrath, Garrath, Lohausen und Derendorf mit durch Stockum.

Erstmals wird es auch nach der Parade ein Bürgervogelschießen geben, an dem alle Gäste ab 18 Jahren teilnehmen dürfen. "Das gibt uns die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen. Viele Besucher schlendern ja nur über den Kirmesplatz vor dem Aquazoo am Nordpark, trauen sich aber nicht zu uns ins Zelt, weil sie denken, das wäre eine geschlossene Veranstaltung", sagt Stephan. Dabei seien alle Bürger eingeladen, mitzufeiern. "Der Eintritt ist frei, und am Samstag spielt beispielsweise eine Partyband, so dass generationsübergreifend gefeiert werden kann."

Unverändert bleibt hingegen das soziale Engagement der Schützen, die unter anderem im Stadtteil den Martinszug organisieren. Auch in diesem Jahr werden sie wieder rund 50 Kinder aus der benachbarten Flüchtlingsunterkunft zu einem Kirmesrundgang einladen. Die Gelder für die Fahrgeschäfte wurden dabei über eine Online-Spendensammlung organisiert.

"Wir freuen uns jetzt auf das Fest mit hoffentlich vielen Besuchern und gutem Wetter."

Quelle: RP
 
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