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Unterbach
Apfelfreunde feiern am Unterbacher See

Unterbach. Beim Fest des Naturschutzbundes konnten Besucher auch die Früchte von ihren eigenen Bäumen von Experten bestimmen lassen und viele Fragen rund um Äpfel stellen. Von Stefanie Thrun

Wann trägt mein Baum Früchte, wie kann ich selbst einen Sämling "pfropfen", wann und wie schneide ich am Besten meine Apfelbäume und wie schütze ich meine Bäume so natürlich wie möglich vor etwaigen Schädlingen und Krankheiten? Diese und noch viele andere Fragen rund um den Apfel wurden am Samstag den Besucher des großen Apfelfestes des Naturschutzbunds (Nabu) beantwortet. Wie bereits in den vergangenen Jahren fand dieses auf der eigenen Obstbaumwiese des Vereins an der Nordseite des Unterbacher Sees statt.

Geboten wurde frisches Stockbrot zum selber braten für die kleinen Gäste und frischer Apfelkuchen und Apfelsaft. Zu bewundern gab es zudem die "vierbeinigen Rasenmäher" der Obstbaumwiese, in Form einer kleinen Skudden-Schaf-Herde. Großen Anklang fand eine große Apfelbestimmungs-Station, geleitet von Tobias Krause. Rund 50 ausführlich beschilderte Apfelsorten konnten dort in kleinen Körbchen bewundert werden. Interessierte Gäste bekamen dort zudem die Möglichkeit, Früchte von ihren eigenen Bäumen mitzubringen und von dem Gartenamts-Vertreter und Nabu-Mitglied bestimmen zu lassen und Fragen rund um den Apfel und die Pflege des Apfelbaums zu klären.

"Die meisten der Besucher haben einen schon bestehenden Garten mit Obstbäumen übernommen und wissen nicht, welche Sorten Äpfel sich dort eigentliche befinden", sagt Krause. In den meisten Fällen kann er die mitgebrachten Früchte schnell bestimmen. Vor allem sei dabei auf die Färbung der Schale und den Geschmack zu achten, aber auch der Stiel und das Kerngehäuse gäben viele Auskünfte, so Krause. Er selbst sieht sich jedoch nicht als richtiger Apfelexperte. "In Deutschland gibt es viele, die weit mehr über diese Obstsorte wissen. Aber vielleicht bin ich zumindest der Apfelkundigste in Düsseldorf", sagt er und lacht dabei.

Für ihn dient die Veranstaltung nicht bloß als Familienfest. Für den Artenerhalt zu werben, dafür sieht er ein hohes Potenzial auf Festen wie das des Nabu am Unterbacher See. Und davon gibt es deutschlandweit einige. Eines der größten darunter sind ohne Frage die Norddeutschen Apfeltage die jährlich im September stattfinden und an denen täglich sogar Apfelbestimmungsseminare für die Besucher angeboten werden. Aber vor allem wenn Leute ihre eigenen Früchte mitbringen können und mehr darüber erfahren wollen, sei dies ein gelungenes und vor allem auch wichtiges Fest, so Krause.

Zumal auch immer wieder dabei durch Zufall längst verschollene Sorten, von denen man zwar noch Informationen vorliegen hätte, aber die schon lange nicht mehr angepflanzt werden, für die Nachwelt gerettet werden können. Denn bei der Apfelbestimmung käme es vor, dass solche Sorten überraschend aus einem Privatgarten präsentiert werden. In solchen Fällen wäre es vor allem wichtig, die Sorte erst einmal zu sichern. Krause tut dies, indem er einen Sämling und somit später ein Ableger des Baumes züchtet und diesen somit wieder anpflanzen oder vorerst sicher lagern kann.

Cornelia Nauen war eine derjenigen, die mit vielen Fragen und vielen Äpfeln zum Fest kam. Sie hat in ihrem Garten in Hilden zehn alte Apfelbäume stehen, die ihr Vater kurz nach dem zweiten Weltkrieg anpflanzte. Nun möchte sie sich vermehrt um diese Bäume kümmern und am liebsten auch weitere Pflanzen daraus züchten. Unterstützung dafür fand sie dabei auch in Tobias Krause, der nicht nur Äpfel bestimmt, sondern ab und an auch mal "Apfelhausbesuche" abstattet.

Quelle: RP
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