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Unterbach
Macht zusammen 100

Unterbach: Macht zusammen 100
Ludwig und Andreas Diering beweisen den Schützen in Unterbach jahrzehntelang Treue. FOTO: Marc Ingel
Unterbach. Ludwig Diering ist seit 60 Jahren Mitglied bei den Unterbacher Schützen, sein Sohn Andreas seit 40 Jahren. Von Marc Ingel

Vor 60 Jahren, genau genommen am 4. Juli 1957, trat Ludwig Diering der St. Hubertus Schützenbruderschaft in Unterbach bei. Bis heute ist er Mitglied und durchaus stolz darauf. "Weil das Füreinander, die Gemeinschaft bei uns großgeschrieben werden. Und weil die Familie eine ganz wichtige Rolle spielt. Frauen und Kinder sind bei fast allen Gelegenheiten dabei."

Das kann Andreas Diering blind unterschreiben. Er ist seit annähernd 40 Jahren ein Unterbacher Schütze, praktisch mit der Geburt hat der Vater für ihn das Anmeldeformular ausgefüllt. "Mit vier Jahren ist er das erste Mal beim Umzug im Dorf in der Seppl-Buxe mitgelaufen", erzählt Diering senior und muss lächeln. "Gefragt wurde ich zwar nicht, aber es war eine wirklich gute Entscheidung von Vater", lobt der Sohn.

Ludwig Diering war schon dreimal Schützenkönig, damit darf er sich sogar Kaiser nennen. Das erste Mal stand ihm seine Frau als Königin zur Seite, dann war es die Schwester - natürlich ebenfalls Mitglied in der Bruderschaft - 2007 schließlich "eine gute Freundin", erzählt der 75-Jährige. Der Filius hat sich mit majestätischen Titeln bislang zurückgehalten, dafür ist Andreas Diering auf anderem Gebiet höchst erfolgreich: Er ist Jungschützenmeister für die Diözese Köln, sitzt in dieser Funktion im Vorstand des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaft im Diözesanverband und kümmert sich um 7500 Jugendliche. Das wiederum erwähnt der Vater gerne. "Natürlich bin ich ganz schön stolz auf ihn", sagt er dann.

Dass der Schützenverein im Hause Diering eine so zentrale Funktion einnimmt, hängt sicher auch mit dem dörflichen Charakter von Unterbach zusammen. "Hier kennt quasi jeder jeden, es gibt keine Anonymität, und das spiegelt sich auch im Verein wider", erzählt Andreas Diering und sein Vater fügt hinzu: "Trotz meines Alters fühle ich mich noch voll akzeptiert, keiner wird bei uns zurückgelassen", sagt das Ehrenmitglied. Und wer einmal Teil der Schützenfamilie in Unterbach ist, bleibt der Gemeinschaft treu. "Auch Menschen, die längst wegegezogen sind und in anderen Städten leben, schauen wenigstens an einem Tag beim Schützenfest vorbei", hat Andreas Diering beobachtet. Das wird 2020 dann mit Sicherheit besonders ausgeprägt der Fall sein. "Dann feiern wir unser 150-jähriges Bestehen und wollen aus diesem Anlass natürlich viele Ehemalige einladen", erklärt der Jungschützenmeister.

Die St. Hubertus Schützenbruderschaft, die nur in Alt- und Jungschützen unterteilt ist und keine eigenen Kompanien hat, ist mit knapp 60 Altschützen recht klein, dennoch wird viel dafür getan, für den Nachwuchs attraktiv zu wirken. "An dem Freitag zum Beispiel laden wir alle Kitakinder auf den Festplatz ein, die haben dann freie Fahrt und bekommen so schon mal mit, dass wir keineswegs so verstaubt sind, wie manche meinen ", berichtet Ludwig Diering. Wer sich dann womöglich zu einem späteren Zeitpunkt für eine Mitgliedschaft entscheidet, hat die Möglichkeit, an einer Vielzahl von Aktivitäten teilzunehmen. Fahnenschwenken zum Beispiel, aber auch der Schießsport genießt in Unterbach einen hohen Stellwert. "Das hat schon so manchem Zappelphilipp zu einer ruhigen Hand verholfen", sagt Andreas Diering.

Quelle: RP
 
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