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Unterbach/Erkrath
Wilderer tötet Reh in Waldgebiet

Unterbach/Erkrath: Wilderer tötet Reh in Waldgebiet
Noch bis Ende August ist in Nordrhein-Westfalens Wäldern Schonzeit für weibliche Rehe. FOTO: Günther Sperschneider
Unterbach/Erkrath. Ein Spaziergänger hat in der Nähe des Göddinghover Wegs im Waldgebiet an der Grenze von Erkrath zu Düsseldorf ein Reh gefunden, das mit einem Kleinkalibergeschoss erlegt wurde. Ihre Kitze können ohne die Ricke wahrscheinlich nicht überleben.  Von Cordula Hupfer

Es kommt immer wieder vor, dass Pächter von Jagdrevieren Schüsse hören, die sie nicht zuordnen können. Jäger Ralf Klappert, der einen Begehungsschein für ein Waldgebiet an der Grenze von Erkrath zu Düsseldorf besitzt, hat sich daher mit den Kollegen benachbarter Reviere vernetzt, um sie im Zweifelsfall fragen zu können. Das war zuletzt am Samstag der Fall, als wieder einmal ein verdächtiger Schuss fiel, der nicht zugeordnet werden konnte. Inzwischen weiß Klappert, dass es sich vermutlich um Wilderer handelte.

Der Schuss hat wohl einem Reh gegolten, das am Dienstagnachmittag in der Nähe des Göddinghover Wegs in Unterbach von einem Spaziergänger tot aufgefunden wurde. Ganz genau wisse er es nicht, sagt Klappert, aber der Verdacht liege nahe. Das Tier wurde mit einem Kleinkalibergeschoss zur Strecke gebracht, wie die Polizei festhielt. Erlegt wurde nicht nur ohne Befugnis, sondern auch während der Schonzeit. "Es handelt sich um ein weibliches Reh, dessen Gesäuge noch ausgeprägt war. Das bedeutet, dass dieses Reh ein Kitz gesäugt hat. Mindestens eins, vielleicht zwei." Es sei zwar die Zeit, in der die Kitze beginnen, sich von der Mutter abzunabeln, aber vermutlich wurde parallel noch gesäugt. Ob das Kitz eine Chance hat, ohne Mutter zu überleben? "Schwer zu sagen, aber wahrscheinlich ist es nicht", so Klappert.

Jäger und Polizei wissen, wie schwer es ist, Wilderer auf frischer Tat zu ertappen. Die sind in der Dämmerung unterwegs, wenn das Wild auf Futtersuche aus dem Wald herauskommt, und verschwinden meist auch wieder unerkannt in den Wäldern. "Man kann eben nirgends besser untertauchen als im Wald. Außerdem würde ich niemandem raten, einen potenziellen Wilderer zu verfolgen. Man sollte besser die Polizei rufen", sagt Klappert. Auf eine Konfrontation sollte man sich auf keinen Fall einlassen, so die dringende Empfehlung. Für den Wald gilt, dass besonders nächtliche Schüsse verdächtig sind - denn legitime Jäger sind in diesen Stunden selten aktiv. Im Kreisgebiet würden nachts immer wieder Schüsse gehört, die nicht zugeordnet werden könnten, weiß Gerd Spiecker von der Kreisjägerschaft.

Zu Beginn des Jahres hatte Spiecker Überreste von erlegtem Wild an der Stadtgrenze zwischen Düsseldorf und Erkrath, am Dorper Weg, entdeckt. Gefunden wurden mehrere Rehabfälle wie Häute und Wildschweinköpfe. Von Wildschweinen, die es dort nicht gibt. Der Polizei in Düsseldorf lag damals auch eine Anzeige wegen der Entsorgung von Schlachtabfällen vor.

Quelle: RP
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