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Unterbach
Yoga-Übungen auf dem Surfbrett

Unterbach. Surferin Dani Schmidt unterrichtet seit Anfang des Jahres Surf-Yoga auf dem Unterbacher See. RP-Mitarbeiterin Sarah Schneidereit hat den ungewöhnlichen Yoga-Kurs auf dem Surfbrett getestet.

Wer findet, dass Yoga eine langweilige Sportart ist, der hat vermutlich noch nichts von Surf-Yoga gehört. Wie der Name bereits verrät, macht man bei dieser neuen Trendsportart die Übungen im Wasser auf einem Surfbrett. Und wenn man wie ich noch nie zuvor auf einem Surfbrett gestanden oder einen Yoga-Kurs besucht hat, ist diese Variante gleich noch viel spannender.

Dani Schmidt von Surf'n'Kite am Unterbacher See bietet seit Anfang des Jahres Surf-Yoga-Kurse an, die von ihr selbst konzipiert wurden. Außer mir versuchen sich heute noch drei weitere Teilnehmer auf den doch sehr wackelig aussehenden Brettern. Bevor es mit den Übungen losgeht, bekommt jeder von uns ein eigenes Surfbrett zugewiesen.

Meins wurde speziell für Yoga auf dem Wasser konzipiert. Ich bin gespannt, wie lange ich mich auf dem Brett halten kann. Eine andere Teilnehmerin hat denselben Gedanken. "Hoffentlich machen wir nicht alle sofort am Anfang den sterbenden Schwan", sagt sie und lacht.

Dani lässt uns keine Zeit, noch länger über mögliche Stürze ins Wasser nachzudenken. Es geht ab in den Unterbacher See. Wir schwimmen mit unseren Brettern erst einmal ein bisschen weiter heraus, bleiben aber in Ufernähe, wo wir unsere Anker setzen. Das Ankern läuft eigentlich genauso ab, wie man es von Schiffen her kennt. Der Anker wird mit einem gelben Seil ans Ende des Surfbrettes gebunden und dann mit einem Wurf im Wasser versenkt. Das Brett ist so zwar an einer Stelle festgemacht, was jedoch nicht heißt, dass es sich nicht bewegt und still im See liegt.

"Beim Surf-Yoga kommt es in erster Linie darauf an, in Einklang mit seinem Körper zu sein", erklärt uns Dani. Sie hat deshalb eine Reihe von Figuren und Bewegungen zusammengestellt, die helfen sollen, seine Balance zu finden. Als wir uns alle für die erste Übung auf das Brett stellen, stelle ich fest, dass es überhaupt nicht so schwer ist, das Gleichgewicht zu halten. Zwar schwankt das Surfbrett ein wenig, aber daran gewöhne ich mich schnell, während Dani uns den Sonnengruß vormacht.

Für einen Yoga-Anfänger wie mich ist es dann eher schwieriger, manche Übungen exakt so auszuführen, wie Dani sie zeigt. Besonders dann, wenn es um die richtige Streckung geht, wünsche ich mir dringend einen Spiegel. Das Wasser ist dabei leider keine große Hilfe, also schaue ich einfach immer wieder zu Dani herüber und gucke mir die Bewegungen so gut wie möglich ab.

So ungeschickt, wie ich vorher befürchtet hatte, stelle ich mich gar nicht an. Ab und zu korrigiert Dani mich. "Jetzt noch den Brustmuskel anspannen, dann ist es perfekt", sagt sie bei einer Übung. "Ich glaube, ich hab keinen", antworte ich ihr über das Wasser hinweg. Auch die dreizehnjährige Anna, die auf einem Brett hinter mir steht, ist langsam erschöpft. "Man dehnt hier Stellen, von denen man nicht wusste, dass sie überhaupt existieren", ruft sie. Ich kann ihr da nur zustimmen.

Zum Abschluss der Unterrichtsstunde legen wir uns alle mit dem Rücken auf unsere Bretter und lassen die Arme ins Wasser baumeln. "Die Entspannung haben wir uns verdient", sagt Dani. Beim Surf-Yoga wird sehr stark die Tiefenmuskulatur beansprucht, da konstant die Wasserbewegungen ausgeglichen werden müssen. Außerdem werden besonders die Schultern, der Rücken und die Brustpartie gedehnt. Aber auch Bauch, Beine und Po kommen nicht zu kurz.

Mein Fazit am Ende des Tages: Surf-Yoga ist wirklich eine tolle neue Sportart, die sich eigentlich für alle Altersklassen eignet. Der Schwierigkeitsgrad der einzelnen Übungen lässt sich variieren und es muss nicht gleich mit einem Kopfstand auf dem Surfbrett angefangen werden. Und sollte eine Figur doch einmal schief gehen, kann man vielleicht ausprobieren, welche Yoga-Übungen auch noch im Wasser funktionieren.

Quelle: RP
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