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Unterbach
Zeitreise in das ländliche Unterbach

Unterbach. Die letzten Exponate treffen kurz vor der Eröffnung der Ausstellung ein: Eine Nachbarin bringt Monika Beckmann-Wehnes (62), Leiterin des Zentrum Plus in Unterbach, einen Briefumschlag vorbei, in dem sich historische Aufnahmen eines alten Gebäudes befinden. Die Schwarzweißfotos zeigen den Ort, an dem am heutigen Samstag die Ausstellung "Unterbach - wie es einst war" eröffnet wird. Zwar steht das Gebäude, das auf den Fotos zu sehen ist, nicht mehr, aber der Garten des heutigen Zentrum Plus ist darauf noch deutlich zu erkennen. Von Sven-André Dreyer

Rund 70 Fotografien stellt die Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt bis Ende Juli im großen Aufenthaltsraum aus und liefert damit einen historischen Blick auf das Unterbach der 1920er bis 1950er Jahre. Eine Zeit, in der Gaststätten noch "Schankwirtschaft" hießen, eine Zeit, in der in Unterbach noch eine "Colonialwaren- und Fouragehandlung" existierte. Dass man dort einst Pferdefutter, Hafer, Heu und Stroh kaufen konnte, unterstreicht, wie landwirtschaftlich der Stadtteil damals geprägt war.

Viele der Aufnahmen stammen aus der Sammlung des "Forum 8" am Schloss Eller, einem Arbeitskreis, der sich mit der Vergangenheit des Stadtbezirks 8, also den Stadtteilen Eller, Lierenfeld, Unterbach und Vennhausen, beschäftigt. Und auch die von Alfred Niek (78) für die Ausstellung beigesteuerten Privataufnahmen belegen, wie ländlich es einst im Stadtteil zuging: Ein Schlachtfest in den 1920er Jahren, Kinder, die in den 30ern auf einem Ackergaul posieren, das "Butterhöfchen" um 1940 und die Darstellung der Kartoffel- und Rübenernte auf den Feldern rund um den erst 1975 eingemeindeten Stadtteil im Südosten der Stadt. Von dem einst eher rural geprägten Ort, in dem damals immerhin 41 Höfe existierten, ist heute noch ein landwirtschaftlicher Betrieb übrig, erklärt Niek rückblickend.

"Mit der Ausstellung wollen wir Menschen einladen, das historische Unterbach zu entdecken", erklärt Beckmann-Wehnes, die gemeinsam mit vielen Helfern die Ausstellung in den Räumen der Awo realisiert hat. Wie viele weitere Projekte, so wird auch dieses Projekt von der Stadt im Rahmen der Stadtbezirkskonferenz seit gut drei Jahren gefördert. Ziel soll sein, Menschen, die zurückgezogen leben, erneut für ein gesellschaftliches Leben zu interessieren und sich auf Veranstaltungen wie dieser mit anderen Menschen auszutauschen. Einen guten Ansatz liefern dafür auch die historischen Fotografien, denn die stiften Erinnerungen.

Erinnern wird sich im Rahmen der Ausstellungseröffnung neben Wolf Jenkner auch Heiner Baltes, ehemaliger Abwehrspieler von Fortuna Düsseldorf. Baltes selbst wurde 1949 in Unterbach geboren und erkennt vieles, was auf den Fotos zu sehen ist, aus seiner Kindheit wieder. In der Zeit von 1971 bis 1981 absolvierte er in der Fußball-Bundesliga für die Fortuna 279 Spiele, insgesamt spielte er auch 23 Mal für die deutsche Fußballnationalmannschaft der Amateure. Bis heute fühlt sich Baltes dem Stadtteil verbunden.

Neben Skulpturen des Erkrather Künstlers Wolfgang Sendermann, die im Garten des Zentrums zu sehen sein werden, soll auch eine Lesung am morgigen Sonntag um 15.30 Uhr das Eröffnungswochenende um einen weiteren kunstvollen Aspekt bereichern. Unter dem Titel "Paternoster - Vom Auf und Ab des Lebens" werden die Autoren Ellionor Wohlfeil, Dorothea Müller und Peter Klohs Erinnerungen an ihr Leben vortragen, Horst-Dieter Schuster wird die Lesung dann am Klavier begleiten.

Quelle: RP
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