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Unterbilk
Bürger diskutieren Tempo 30 in Unterbilk

Unterbilk. Die Rheinische Post lädt für morgen zur Mobilen Redaktion an die Bilker Allee. Seit eineinhalb Jahren setzen sich Anwohner für die Geschwindigkeitsreduzierung ein. Unterstützung gibt es von Schulen. Von Nicole Kampe

Aufgeben kommt für Rainer Hirsch und seine Mitstreiter nicht in Frage: Mehrfach hatte er in den Sitzungen der Bezirksvertretung 3 sein Anliegen vorgetragen, sprach im Anregungs- und Beschwerdeausschuss vor. Auch wenn Rheinbahn und Verwaltung sich bisher gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung für die Bilker Allee auf einer Strecke von 800 Metern zwischen Florapark und Bilker Kirche aussprachen, kämpft der Hauseigentümer weiter für Tempo 30.

Inzwischen hat er viele Unterstützer gefunden - 30 Hausbesitzer mit 390 Wohnungen verteilt auf 39 Immobilien. Dazu kommen die Besitzer und Pächter von 40 Ladenlokalen, die Schulleiter Heide Steinke (Grundschule Kronprinzenstraße) und Sebastian Delißen (Realschule Florastraße). Sie alle wollen am morgigen Dienstag zur Mobilen Redaktion der Rheinischen Post kommen, um an der Bilker Allee mit Politik, Stadt und Rheinbahn noch mal über die Straße zu diskutieren.

Denn aussichtslos ist das Anliegen der Unterbilker keineswegs: Der Anregungs- und Beschwerdeausschuss hatte nach Hirschs Vortrag eine Empfehlung an den Ordnungs- und Verkehrsausschuss ausgesprochen, nämlich die Ergebnisse der Tempo-30-Pilotprojekte an Hauptverkehrsstraßen abzuwarten, die gerade an der Lindemannstraße, der Prinz-Georg-Straße und der Straße Am Schönenkamp getestet werden. Sofern weitere 30er-Zonen auf Hauptverkehrsstraßen eingerichtet werden sollen, wird der Ordnungs- und Verkehrsausschuss gebeten, die Bilker Allee in die Überlegungen einzubeziehen.

Bis dahin wollen Hirsch, Steinke und Delißen nur bedingt warten. Die Gefahren für die Schulkinder sind da, mit ihren großen Tornistern sind die kleinen Kinder unterwegs, oft blickt Heide Steinke mit Sorge auf die Bilker Allee. "Vom ersten Tag an bauen wir die Verkehrserziehung in den Unterricht ein", sagt sie, "aber es sind doch Kinder." Zudem würde ein Tempolimit auch die Anwohner entlang der Bilker Allee schützen, weniger Tempo bedeutet weniger Lärm. Durch die Vibrationen der Bahnen leiden zudem die Fassaden, und auch der Fernsehempfang soll seit dem Fahrplanwechsel zur Inbetriebnahme der Wehrhahn-Linie so manches mal gestört sein.

Zwar ist ein solches Tempo-Limit kein bezirkspolitisches Thema mehr, gleichwohl haben sich einige Bezirkspolitiker aus dem Stadtteil zur Mobilen Redaktion angekündigt. Anja Vorspel etwa von den Linken, deren Partei sich in den zurückliegenden Jahren schon mit verschiedenen Anfragen und Anträgen dem Thema zugewandt hatte. Oder Dietmar Wolf von den Grünen, der auf den Ausbau des Radhauptnetzes verweist. Noch bevor die Pilotprojekte beendet sind, regt Grünen-Ratsfrau Clara Gerlachs an, zwei Querungshilfen einzurichten. Über die Standorte müsste man im Detail sprechen.

Quelle: RP
 
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