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Unterbilk
Mit Aufkleber Falschparker erziehen

Unterbilk. Autorin Stefanie Koch will auf die Gefahren des Zweite-Reihe-Parkens aufmerksam machen. Von Sven-André Dreyer

Stefanie Koch ist wütend. Nahezu täglich sieht sich die seit 2006 an der Gladbacher Straße in Unterbilk lebende Autorin bekannter Kriminalromane einer Gefahr ausgesetzt, die zu vermeiden wäre. "Durch Zweite-Reihe-Parker müssen Radfahrer besonders an Fahrbahnen mit Straßenbahnschienen stets gefährliche Ausweichmanöver unternehmen, um die widerrechtlich abgestellten Fahrzeuge passieren zu können", erzählt die 50-jährige leidenschaftliche Fahrradfahrerin. Einerseits bestehe die Gefahr, so Koch, beim notwendigen Spurwechsel mit den Radreifen in die Schienen zu geraten, andererseits - und das sei ihr selbst schon geschehen - öffneten die Autofahrer mitunter unachtsam und ohne Schulterblick die Fahrzeugtüren. Aufgrund des nachfolgenden Verkehrs sei eine Kollision dann nahezu unvermeidbar.

Koch, die seit 2002 auf ein eigenes Auto verzichtet, ist täglich mit dem Rad unterwegs. Ob zum Einkaufen oder zum Sport, "das Rad ist einfach ein praktisches Verkehrsmittel für Innenstädte." Dennoch: Aufgrund der widerrechtlich abgestellten Fahrzeuge gebe es immer wieder Probleme. Und weil sie einmal festhalten wollte, wie massiv und vorsätzlich falsch geparkt wird, zählte sie jüngst auf dem Weg zum Sport die in zweiter Reihe abgestellten Fahrzeuge. "Auf einer Strecke von nur rund 900 Metern zählte ich mehr als 70 Zweite-Reihe-Parker", erzählt Koch.

Sowohl der Beschwerdestelle der Polizei, als auch dem Ordnungsamt, das unter anderem für den ruhenden Verkehr zuständig ist, hat Koch ihre Beobachtungen bereits mehrfach mitgeteilt. Bislang ohne Ergebnis. Nun möchte sie selbst tätig werden und hat Aufkleber entwickelt, mit denen sie Zweite-Reihe-Parker auf die Gefahren und Auswirkungen ihres Fehlverhaltens hinweisen möchte. Die silberfarbenen Sticker zeigen die weit verbreitete US-Werbefigur "Uncle Sam", die die wohl bekannteste Nationalallegorie der Vereinigten Staaten darstellt. Darüber fettgedruckt der Text "Zweite Reihe - Du parkst scheiße!". Um die widerrechtlich Parkenden zur Einsicht und Vernunft zu bringen, klärt der Aufkleber die Autofahrer weiter über mögliche Einschränkungen aller übrigen Verkehrsteilnehmer auf.

Um keine Sachbeschädigung zu begehen, klebt Koch die Aufkleber nun in Augenhöhe auf die Windschutzscheibe. Dort lassen sie sich zwar leicht ablösen, Koch verspricht sich von der Aktion aber auch ein Umdenken der Falschparker: "Ich suche nicht die Konfrontation mit den Autofahrern, sondern mehr Verständnis für Radler".

Quelle: RP
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