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Unterbilk
Protest gegen Hochhäuser am Rheinturm

Unterbilk: Protest gegen Hochhäuser am Rheinturm
Bernd Winter, Ralf Stracke, Ilse Winter und Carol Stracke (v.l.) auf dem Balkon in der fünften Etage. Sie sind besorgt: Auf dem Parkplatz links vom Rheinturm sind die beiden Wohnhochhäuser geplant. Sie würden ihrer Überzeugung nach nicht nur den Blick auf den Rhein, sondern auch die Frischluftzufuhr versperren. FOTO: H.-J. Bauer
Unterbilk. Oberbürgermeister Geisel hat seit langem existierende Pläne des Architekten Ingenhoven aufgegriffen, auf einem Parkplatz am Rhein Wohnhochhäuser zu bauen. Und wieder hagelt es Kritik von Anwohnern, Bürgerverein und Politik. Von Denisa Richters

Ilse Winter steht am Fenster ihres Wohnzimmers und genießt die Spätnachmittag-Sonne. Links ist das Stadttor zu sehen, rechts der Landtag, geradeaus der hügelige und mit geometrisch geformten Heckenreihen gestaltete Rheinpark Bilk, dahinter der Rheinturm und der Fluss. "Mit Rheinblick haben wir die Wohnung vor 14 Jahren gekauft", sagt sie. Der aber könnte schon bald verbaut sein.

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Auf der Immobilienmesse in Cannes hatte Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) am Mittwoch Pläne des Architekten Christoph Ingenhoven präsentiert, die schon unter seinen Amtsvorgängern Joachim Erwin (CDU) und Dirk Elbers (CDU) immer wieder im Gespräch waren: Ein Teil des Parkplatzes am Rheinturm (beides im Besitz der Stadttochter IDR) soll bebaut werden. Ingenhoven sieht dafür zwei Hochhäuser vor, eines 13, das andere 17 Etagen hoch. Neu ist jetzt, dass im Zuge dieses Projekts die Rheinuferpromenade in den Medienhafen verlängert werden soll.

Im Mehrfamilienhaus vis-a-vis ist die Aufregung groß. "Wir werden auf jeden Fall etwas dagegen unternehmen", sagt Bernd Winter. "Es geht ja nicht nur um den Ausblick", sagt ein Nachbar aus der fünften Etage, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. "Eine wichtige Frischluftschneise wird dann zugebaut." Jahrelang sei der "Mief" von der Lausward herübergeweht, mit dem neuen Gaskraftwerk habe sich das gebessert. Auch aus dem Tunnel unter dem Stadttor wehten bei Westwind die Abgase herüber. Frischluftzufuhr sei deshalb wichtig. Carol und Ralf Stracke, ebenfalls aus der fünften Etage, hatten schon vor einigen Jahren den Protest gegen den damaligen Versuch mitorganisiert. "Das machen wir diesmal wieder." Eine offene Frage sei, ob ein solches Bauvorhaben sich negativ auf die Statik des Rheinturms auswirken könne. Bei ihrem Protest haben die Anwohner wie damals den Heimatverein Bilker Heimatfreunde wieder an ihrer Seite. Er habe es noch nicht mit dem Vorstand abgesprochen, sagt Präsident Erich Pliszka. "Aber Hochhäuser - da sind wir bestimmt dagegen." An dieser Stelle sei das "Schwachsinn, da verstehe ich auch Herrn Geisel nicht", sagt Pliszka.

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Mindestens ein Vorstandsmitglied des Vereins hat er an seiner Seite: Udo Figge ist SPD-Ratsherr und war Bezirksvorsteher der zuständigen Bezirksvertretung 3, als es schon einmal gegen die Bebauung zum Protest kam. "Ich habe das damals nicht befürwortet und habe meine Meinung nicht geändert", sagt er. Unterbilk sei ohnehin schon sehr dicht bebaut, da müsse man bestehende Freiräume erhalten. Der Parkplatz sei verzichtbar, er wünsche sich dort aber eher Grünflächen oder einen Spielplatz. Die Verlängerung der Rheinuferpromenade ist laut Figge nicht nötig, "die gibt es doch schon, das wäre nur unnötig versenktes Geld".

"Was dort entstehen soll, ist Luxus pur", sagt Bezirksbürgermeister Walter Schmidt (CDU). Und dafür werde "Tafelsilber" verkauft. Man dürfe zwischen dem Rheinturm als Solitär und dem WDR-Gebäude nicht einfach "so etwas reinklatschen". Ähnlich sieht es Stefan Wiedon, CDU-Ratsherr mit Wahlkreis Unterbilk. Für ihn kommt ein Hochhaus an dieser Stelle nicht in Frage.

Quelle: RP
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