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Unterbilk
Unterbilker Händler fordern Klarheit von Landesregierung

Unterbilk. Die kurzfristige Absage des verkaufsoffenen Sonntags am 3. Dezember 2017 hat viele Inhaber in den Stadtteilen hart getroffen. Von Nicole Kampe

Noch immer haben sich die Händler der Lorettostraße und Bilker Allee nicht richtig erholt vom Schock, als zwei Tage vor dem 3. Dezember der verkaufsoffene Sonntag unter anderem in Unterbilk verboten wurde. Unverständnis, Enttäuschung, Wut empfanden viele, tun es auch heute noch. Weil sie so viel Arbeit investiert haben, um für die Kunden vor allem am verkaufsoffenen Sonntag eine adventliche Atmosphäre zu schaffen. 100 alte Lampenschirme wurden zum Beispiel über der Lorettostraße montiert, die im Dunkeln leuchten.

Stellvertretend für die Händler hat Carsten Heinrichs vom Secondhand-Laden "Jacke wie Hose" jetzt einen Brief geschrieben, den er morgen noch von allen Kollegen im Bezirk unterschreiben lassen will. Der Adressat: Ministerpräsident Armin Laschet. Heinrichs will seinem Ärger Luft machen, geht auf die absurden Regelungen ein, zum Beispiel in Oberkassel, wo an der Luegallee manche öffnen durften und andere nicht.

Ein Schlag ins Gesicht sei die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Anfang Dezember gewesen, nachdem die Gewerkschaft Verdi in erster Instanz keinen Erfolg hatte mit ihrer Klage. Dazu seien die Umsatzeinbußen gekommen - und das nun nicht zum ersten Mal in 2017. Dazu kam dann noch, dass die Innenstadt eine Woche später öffnen durfte.

Viel Hoffnung setzen die Händler nun in den zwischen CDU und FDP beschlossenen Koalitionsvertrag. Unter anderem hat sich die schwarz-gelbe Kooperation darauf verständigt, dass bis zu acht verkaufsoffene Sonn- oder Feiertage künftig pro Jahr in nordrhein-westfälischen Städten und Gemeinden stattfinden können - doppelt so viele wie bisher. Zugleich solle der bisherige Anlassbezug für verkaufsoffene Sonn- und Feiertage überprüft werden, bislang mussten die Kommunen die zusätzlichen Ladenöffnungen mit dem Anlass von Volksfesten und Großveranstaltungen begründen. Vor allem die Anlassbezogenheit hat den Unterbilkern Schwierigkeiten bereitet, "der Einzelhandel befindet sich im Umbruch", sagt Carsten Heinrichs. Besuchszahlen eines Tages, einer bestimmten Woche, eines Monat in einem Stadtviertel seien nicht zwangsläufig auf die Folgewoche oder den Folgemonat zu übertragen, sagt der Händler.

Vor allem die Rechtssicherheit wünschen sich Heinrichs und seine Kollegen, sie warten fieberhaft auf das neue Gesetz, "damit Verdi nicht erneut erfolgreich vor Gericht ziehen kann", sagt Heinrichs. Gerade für den inhabergeführten Einzelhandel seien die verkaufsoffenen Sonntage überlebensnotwendig, kaufwilligen Kunden so eine Alternative zum Sonntags-Shopping in den Niederlanden oder im Netz anzubieten.

Quelle: RP
 
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